Deutschland ist aus Branchensicht mit einem überdurchschnittlich hohen Gasspeicherfüllstand in den Dezember gestartet. Eine Gasmangellage sei unwahrscheinlich.



Quelle: ZEIT ONLINE,
dpa,
dar


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Gasversorgung

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Gasversorgung : Ein Untergrund-Gasspeicher in Bad Lauchstädt: Eine Gasmangellage drohe in Deutschland wohl nicht, teilte der Branchenverband Ines mit.
Ein Untergrund-Gasspeicher in Bad Lauchstädt: Eine Gasmangellage drohe in Deutschland wohl nicht, teilte der Branchenverband Ines mit.
© Jan Woitas/​dpa

Nach Einschätzung der Erdgasspeicherbetreiber droht
Deutschland im Winter kein Mangel in der Gasversorgung. Davon geht der Branchenverband Ines (Initiative
Energien Speichern) aus – solange keine extrem niedrigen Temperaturen auftreten. Zuletzt waren die Speicher in Deutschland zu 91,6 Prozent
gefüllt.

Gasmangellagen können zwar noch immer
nicht vollständig ausgeschlossen werden, ihr Auftreten ist aber als weniger
wahrscheinlich zu bewerten”, teilte der Branchenverband in Berlin mit. Milde
Temperaturen im November hätten die Ausgangssituation für den weiteren Verlauf
des Winters verbessert, sagte Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann.

Seit dem 21. November werde mehr aus- als eingespeichert, um
den temperaturbedingt stark ansteigenden Gasverbrauch zu decken. Wegen der
moderaten Temperaturen seien die gespeicherten Gasmengen im November allerdings
nur in geringem Umfang zur Versorgung eingesetzt worden. “Deutschland konnte in
der Folge mit einem überdurchschnittlichen Füllstand in Höhe von 96 Prozent in
den Dezember starten”, sagte Heinermann.

Bleibe es im weiteren Winterverlauf bei höheren Temperaturen, würden die Speicher weiterhin nur moderat in Anspruch genommen.
“Bei warmen Temperaturen könnte der Gasspeicherfüllstand seinen tiefsten Stand
bereits Ende Januar mit 71 Prozent erreicht haben”, sagte der Ines-Geschäftsführer.
Bei mittleren bis niedrigen Temperaturen werden die Gasspeicher hingegen
umfangreich oder sogar stark in Anspruch genommen.

Gasspeicher bilden Puffersystem für den Markt

Die Gasspeicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus
und bilden damit ein Puffersystem für den Markt. Im Winter nehmen die
Füllstände üblicherweise ab, nach dem Ende der Heizperiode dann wieder zu. Die
Menge des in den Speichern gelagerten Erdgases entspricht bei 100 Prozent
Füllstand etwa dem Verbrauch von zwei bis drei durchschnittlich kalten
Wintermonaten.

Im vergangenen Jahr war die Sorge groß, dass es nach dem
Lieferstopp von russischem Gas im Zuge des Angriffskrieges auf die Ukraine zu Engpässen kommen könnte. Im Fall einer
Gasmangellage hätte etwa die energieintensive Industrie mit Abschaltungen
rechnen müssen. Es kam daraufhin zu größeren Gaslieferungen aus den
Niederlanden, Belgien und Norwegen. Außerdem wurde vermehrt Flüssiggas eingekauft
und sogenannte LNG-Terminals dafür gebaut.