In Potsdams Ortsteil Krampnitz waren zuletzt 4900 neue Wohnungen für bis zu 10.000 Menschen vorgesehen. Zusätzlich werden nun 200 geförderte Mietwohnungen geplant. Dafür ist eine Verdichtung der Bebauung im Bereich der sogenannten Klinkerhöfe vorgesehen.

Zehn Jahre nach dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Entwicklungsbereich Krampnitz“ soll die Masterplanung jetzt konkretisiert werden. „Die großen Klinkerhöfe vertragen noch Urbanität“, sagte David Oberthür, Projektkoordinator für Krampnitz bei der kommunalen Pro Potsdam, am Dienstagabend im Bauausschuss. Die Höfe zwischen den historischen Kasernenbauten seien für den menschlichen Maßstab „extrem groß“. Die geplanten drei- bis viergeschossigen Häuser würden in Absprache mit dem Denkmalschutz entstehen und erhielten Gründächer.

Mit der Deutsche Wohnen-Tochter WIK (Wohnen in Krampnitz) sei ein Vertrag über den geförderten Mietwohnungsbau geschlossene worden. Auf die Frage von Anja Günther (Die Linke) zur Dauer der Mietpreisbindung, antwortete Oberthür, dass dazu noch keine Vereinbarung getroffen worden sei. Der Bau der geförderten Wohnungen geht auf einen Beschluss der Stadtverordneten zurück. Damit soll eine größere Bevölkerungsmischung in dem neuen Quartier entstehen. Die Pro Potsdam hatte bereits erklärt, dass dies den Entwicklungszielen für Krampnitz entspreche.

Nach Krampnitz sollen in der ersten Ausbaustufe 5000 Menschen ziehen. Für die zweite Ausbaustufe wird der Tram-Anschluss erforderlich. Derzeit im Bau seien etwa 160 Wohnungen, sagte Oberthür. Im kommenden Jahr sollen die ersten Bewohner nach Krampnitz ziehen.

Wir wollen einen städtebaulich markanten Ort schaffen, an dem die Leute ankommen.

David Oberthür, Projektkoordinator für Krampnitz Bei der Vorstellung der Pläne für die zusätzlichen Wohnungen, in denen etwa 350 Menschen leben sollen, war vor zwei Jahren noch von einer Holzbauweise mehr die Rede, jetzt nicht mehr. Von den geplanten 200 geförderten Wohnungen sollen 165 in den L-förmigen Häusern, 35 in anderen Bauten entstehen. Für die Weiterentwicklung des Masterplans müssen die Bebauungspläne Nr. 141-1 und 141-4 angepasst werden.

Neu Fahrlands Ortsvorsteherin lehnt Pläne ab Neu Fahrlands Ortsvorsteherin Carmen Klockow und Erik Blume (Die Andere) stimmten im Bauausschuss gegen diese Pläne. Die Rathauskooperation und die CDU stimmten zu. Dieses Votum gab es auch für die konkretisierte Planung des Stadtplatzes Ost am künftigen Krampnitzer Tor. An der B2, die nahe des Krampnitzsees in einer Kurve laufen wird, sollen künftig Straßenbahn und Busse an Kombihaltestellen enden. Für Busse entsteht eine Wendeschleife mit Parkplätzen für Pausen hinter der geplanten dreigeschossigen Kiezgarage, in der die Autos der Anwohner parken sollen.

Eine bestehende Allee, die auf den Stadtplatz zuläuft, bleibe erhalten, sagte Oberthür. Die Straße trägt künftig den Namen Dänische Allee. Unweit des Stadtplatzes ist auch das Kiezbad geplant, das am Ufer des Krampnitzsees liegen soll. Die Planzeichnungen zeigen sogar ein Badeschiff im See. Die Zeichnungen veranlassten die Bauausschussmitglieder aber auch zu Nachfragen zur Verkehrssituation am Stadtplatz, der von der stark befahrenen B2 durchschnitten wird. Zwei Fußgängerampeln seien für die sichere Überquerung der Fahrbahn geplant, so Oberthür.

Am westlichen Stadtplatz des Krampnitzer Tores seien Einzelhandel und eine Marktfläche vorgesehen. „Wir wollen einen städtebaulich markanten Ort schaffen, an dem die Leute ankommen“, erklärte Oberthür. Der Platz entsteht vor dem alten Stabsgebäude der ehemaligen Kasernenanlage.

Die Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen halte an ihren Wohnungsbauplänen trotz der allgemeinen Bauflaute bei Wohnungen fest, hatte Oberthür bereits im vergangenen Jahr erklärt. Im Mai 2023 war Baustart für die ersten Wohnungen auf dem Areal. Nach Angaben des Entwicklungsträgers soll im März ein weiteres Bestandsgebäude der Klinkerhöfe vermarktet werden. Flächen für Neubauten sollen ab dem vierten Quartal 2024 angeboten werden. Ein Teil der Entwicklungsflächen und einige Bestandsgebäude gehören dem Vonovia-Konzern. Dort laufen bereits Sanierungen.

Auf dem früheren Kasernenareal Krampnitz soll auf insgesamt 140 Hektar ein neuer Stadtteil mit 10.000 Wohnungen und 3000 Arbeitsplätzen entstehen. Die Kasernengebäude wurden in den 1930er-Jahren errichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg von den sowjetischen Truppen bis 1991 weiter genutzt. Seither verfielen die Gebäude. Künftig dienen die früheren Kasernen als Schul- und Wohngebäude. Die heutige Schule am Schloss soll den Schulstandort im Krampnitzer Westen beziehen. Dort sind 900 Schulplätze, eine Jugendfreizeiteinrichtung sowie Sportflächen entstehen. Die Schule soll zum Schuljahr 2027/2028 eröffnet werden.