Russlands Winterterror gegen die Ukraine hat begonnen. Generatoren retten den Betrieb von Spitälern und sozialen Einrichtungen. Kritische Infrastruktur ist besser geschützt als im Vorjahr. Eine Reportage aus dem Gebiet Kiew.

Das Mädchen hebt beide Arme hoch, so wie es die Trickfilmfigur auf dem Bildschirm vormacht. Dann ahmt das Kind mit seinen Händen die Bewegungen der Figur nach. Bewegungstherapie im Rehabilitationszentrum für Kinder in der Stadt Browary östlich von Kiew. In einem anderen Zimmer sitzen mehrere Kleinkinder rund um einen Tisch und verbessern gemeinsam mit Pädagoginnen auf spielerische Weise ihre Feinmotorikfähigkeiten. In einem Saal tanzt eine Gruppe ausgelassen zu melodischen Popsongs. Insgesamt 265 Kinder und Jugendliche werden in dem Zentrum betreut. Es sind junge Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Viele Patienten benötigen eine Gehilfe oder einen Rollstuhl.

Die Arbeit des Reha-Zentrums wäre nicht möglich ohne Elektrizität. Normalerweise keine große Sache: Der Strom kommt schließlich aus der Steckdose. Doch in einem Land, das von russischen Drohnen- und Raketenattacken heimgesucht wird, ist der Betrieb einer modernen Therapieeinrichtung in Kriegszeiten eine Herausforderung.

Direktorin Natalia Serdjuk, eine aufgeweckte Frau mit langem braunen Haar, erinnert sich noch gut an die Lage vor einem Jahr. Die Öffnungszeiten waren wegen der Stromausfälle stark reduziert. „Letzten Winter konnten wir die Kinder nur betreuen, wenn es hell genug war“, sagt sie. Wenn der Lift aufgrund von Blackouts ausfiel, war auch der Transport der Kinder auf andere Etagen des mehrstöckigen Gebäudes umständlich. Für diesen Winter ist die Einrichtung besser gerüstet. Im Garten steht der Stolz der Direktorin: ein Generator, gespendet vom Roten Kreuz. „Wir sind auf den Winter vorbereitet“, sagt sie. „Unser Zentrum wird vollständig funktionieren.“

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