Wer bietet mehr an Nachlässen? Tesla reagiert auf die Kaufzurückhaltung und die Preissenkungen der Konkurrenz: Das Model Y (Long Range/Performance) wurde um 5000 Euro auf 49.990 beziehungsweise 55.990 Euro gesenkt, selbst das Model Y mit Heckantrieb wurde noch einmal um 1900 Euro günstiger (42.990 Euro).

Es ist ein vorläufiger Höhepunkt einer Preisrallye, die Tesla selbst angestoßen hatte, um die Verkaufs-Prophezeiungen von Tesla-Chef Elon Musk erfüllen zu können. Denn der Konkurrenzdruck wird immer stärker. In Österreich hat Volkswagen seine elektrischen Lagerfahrzeuge mit massiven Preissenkungen bedacht, und andere Hersteller, wie Nissan, reagierten genauso.

VW zieht in Deutschland an Tesla vorbei Natürlich müssen die klassischen, großen Hersteller mit mehr Bedacht als Musk vorgehen, weil sie sonst ihre Restwerte im Geschäft selbst zerstören würden. Bei Musk geht es vor allem die Kunden, die irritiert auf die immer günstigeren Preise reagieren könnten.

In Deutschland ist Volkswagen im Vorjahr sogar an Tesla vorbeigezogen. 2023 wurden rund 70.600 reine VW-Stromer neu zugelassen, das ist ein Plus von 11,7 Prozent im Vergleich zu 2022. Die Zahl der Neuzulassung von Tesla-Fahrzeugen lag mit fast 63.700 deutlich unter dem Vorjahreswert (minus 9 Prozent). Das reichte nur für den 2. Rang. 

Blutbad bei den Margen Als erster Konzernchef hat jetzt Stallantis-Boss Carlos Tavares klare Worte ausgesprochen. Gegenüber der „Financial Times“ äußerte er sich so: „Die Hersteller riskieren ein Blutbad bei den Margen.“ Und: Es sei falsch, die Preise für Fahrzeuge zu senken, mit denen man ohnehin nur wenig Geld verdiene. Aber er zeigte auch Einsicht dafür, dass die hohen Preise die Nachfrage einbremsen.

E-Auto mit Kampfpreis Stellantis wolle trotzdem einen Preiskampf vermeiden. Das 14-Marken-Reich (Citroen, Peugeot, Fiat, Jeep, Chrysler, DS, Opel etc.) profitiert von den Skalierungseffekten. 2024 bringt man den e-C3 um 23.300 Euro auf den Markt (bis zu 320 km Reichweite). Bis 2025 will man beim Basispreis sogar noch günstiger werden.

Schwieriger Markt Die aktuelle Lage für die E-Mobilität ist schwierig. Bei Österreichs Autohändlern klagt man über eine massive Kaufzurückhaltung bei den Elektro-Autos. In den USA prophezeit man einen starken Umsatzrückgang, Firmen wie Ford (elektrischer Pick-up F 150 Lightning) fahren bereits ihre Produktion in Nordamerika zurück.

Dazu kommen „Bad News“: Leihwagenfirmen wie Hertz trennen sich wieder von den großen E-Auto-Plänen. Hertz erklärte zum Beispiel, dass hohe Kosten für Reparaturen und Schäden dafür verantwortlich seien, dass man 20.000 Elektroautos verkaufe und stattdessen Verbrennerfahrzeuge in seine Flotte aufnehme.

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