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Von: Peter Herrmann

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Demo gegen Asylunterkunft in Wolfratshausen

Demo: Vor rund drei Monaten hatte der BCF Wolfratshausen gegen die Dauerbelegung der Farcheter Mehrzweckhalle durch Asylbewerber protestiert. © sh/Archiv

Die Wolfratshauser Liste schäumt: Die Gruppierung wehrt sich gegen Aufstockung der Flüchtlingsunterkunft in Farchet. Ein Stadtrat wird sehr deutlich.

Wolfratshausen – An diesem Donnerstag kommt ein Bus mit 50 Flüchtlingen an, die in der Farcheter Mehrzweckhalle untergebracht werden sollen. Dazu passt die Nachricht von der geplanten Aufstockung des Gebäudes auf rund 200 Plätze. Dr. Manfred Fleischer, Stadtrat der Wolfratshauser Liste und Vorsitzender des BCF Wolfratshausen, will dies nicht hinnehmen. „Das ist kein fairer Umgang und widerspricht jeglicher Transparenz“, klagte Fleischer am Sonntag beim Monatstreffen der Gruppierung im Gasthof zum Löwenbräu. Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte er seine Informationsquelle zwar nicht nennen. „Sie ist aber verlässlich“, versicherte der BCF-Chef.

Schon vor Monaten wurde demonstriert – jetzt sollen noch mehr Flüchtlinge in die Turnhalle

Vor knapp drei Monaten hatte der BCF Wolfratshausen eine Demonstration mit rund 90 Teilnehmern organisiert, die eine Freigabe der seit März 2022 belegten Halle an die Sportler forderten. „Wir brauchen einen Horizont, wann wir mit der Räumung rechnen können“, betonte Fleischer damals. Darin lebten im vergangenen Jahr knapp 100 Flüchtlinge – vorwiegend ukrainischer Herkunft. Mittlerweile wurde diese Zahl wegen Umbau- und Renovierungsarbeiten zeitweise auf rund 40 Personen reduziert.

Partei fordert Ende der Nutzung als Asylunterkunft – Verein verliert Mitglieder

Liste-Wor-Stadtrat Richard Kugler verwies am Sonntag darauf, dass die Mehrzweckhalle Eigentum der Stadt sei. „Da bedarf es neuer Verträge über die Nutzung“, forderte er. Sein Fraktionskollege, Ex-Bürgermeister Helmut Forster, schlug vor, eine freie Fläche im Gewerbegebiet für die Unterbringung von weiteren Flüchtlingen zu nutzen. Forster, Leiter der Fußballabteilung des Farcheter Ballclubs, verzeichnet nach eigenen Worten aufgrund der Hallenbelegung durch Flüchtlingen vor allem einen Rückgang junger Mitglieder.

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Ob das Thema in der zweitägigen Klausur des Stadtrats am kommenden Freitag und Samstag im Kloster Seeon angesprochen wird, ist ungewiss. Haupttagesordnungspunkt ist im Chiemgau die Debatte über die Schaffung von Parkplätzen in der Innenstadt. Die Wolfratshauser Liste hat sich diesbezüglich schon im Mai 2023 mit einem Antrag zur Errichtung eines Parkhauses am Hatzplatz positioniert. „Es muss bald eine Entscheidung fallen, weil die momentane Situation nicht gut ist und wir im Wettbewerb mit anderen Städten stehen“, sagte Fleischer am Sonntag. Er selbst bleibe der Klausur fern, weil er keinen Diskussionsbedarf zur Hatzplatzlösung sehe.

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Auch S-Bahn ist Thema: Deutsche Bahn soll Parkhaus bauen, findet ein Bürger

Besucher Heinz Wensauer regte beim Treffen der Wolfratshauser Liste an, die Deutsche Bahn zum Bau eines Parkhauses in Bahnhofsnähe zu verpflichten. „Das würde auch die Situation in der Innenstadt entlasten“, glaubt er. Fleischer erteilte diesem Ansinnen eine kategorische Absage. „Wer auf die Bahn wartet, tut sich hart“, hielt er dagegen. Fleischer verwies in diesem Kontext auf die drastischen Verzögerungen bei der geplanten Verlängerung der S7 nach Geretsried.

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