Inhalt

  • Bei den Kompetenzen zur Impfung in Apotheken herrschen in den Kantonen unterschiedliche Regeln. Dies zeigt sich aktuell in den beiden Basel.
  • Während im Baselbiet und in anderen Kantonen auch Pharma-Assistentinnen eine Grippeimpfung machen dürfen, sind es in Basel-Stadt nur Apothekerinnen, welche die Spritze setzen dürfen.
  • Der Basler Apotheker-Verband fordert nun vom Kanton eine Änderung der Vorschriften.

Die Schweiz schnupft, niest und hustet – in vielen Apotheken läuft der Betrieb auf Hochtouren. Besonders im Winter ist der Andrang aufgrund der Grippe und Erkältungen grösser als sonst. Dazu kommt, dass man sich derzeit in vielen Apotheken auch gegen Grippe oder Covid impfen lassen kann. Ein zusätzlicher Aufwand für die Apotheken.

Es geht letztlich um die Haftungsfrage.

Doch wer sich im Kanton Basel-Stadt einen Impftermin in einer Apotheke geben lassen will, muss unter Umständen warten, bis eine ausgebildete Apothekerin oder ein ausgebildeter Apotheker vor Ort ist. So verlangen es die Gesundheitsbehörden des Kantons. «Bei einer Impfung kann es zu Komplikationen kommen. Es geht letztlich um die Haftungsfrage», erklärt Anne Tschudin, Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements.

Spritze wird aufgezogen

Legende:


Spritzen: In Basel-Stadt Sache der Apothekerinnen, im Baselbiet dürfen auch andere.


Keystone/Samuel Golay

Ein paar Meter weiter auf der anderen Seite der Kantonsgrenze, im Kanton Baselland, kommt man dagegen unkomplizierter zu einem Impftermin. Denn im Baselbiet dürfen auch Pharma-Assistentinnen und -Assistenten die Impfspritze setzen.

Damit gelten im Kanton Baselland die gleichen Regeln wie in zahlreichen anderen Kantonen. In 15 Kantonen dürfen nicht nur Apotheker, sondern auch Pharma-Assistentinnen Impfungen vornehmen, heisst es auf Anfrage beim Apothekerverband Pharmasuisse.

Wir wären sehr froh, wenn wir diese Aufgabe an andere delegieren könnten.

Diese unterschiedliche Handhabung kommt beim Basel-städtischen Apotheker-Verband nicht gut an. «Wir wären sehr froh, wenn wir diese Aufgabe an andere delegieren könnten», sagt Lydia Isler-Christ, Präsidentin des Apotheker-Verbands Basel-Stadt und Inhaberin der Sevogel Apotheke in Basel. Sie betont auch, dass die Haftungsfrage sehr wohl klar sei: «Wenn etwas passiert, haften wir.»

Man habe den Wunsch, die Impfvorschriften anderen Kantonen anzupassen, immer wieder beim Basler Gesundheitsdepartement deponiert. Eine Anpassung würde die Arbeit der Apothekerinnen und Apotheker in Zeiten des Fachkräftemangels erleichtern, ist Isler-Christ überzeugt: «Auch weil es tendenziell zu wenig Apothekerinnen und Apotheker gibt.»

Es ist eine grosse Entlastung für die Apothekerinnen und Apotheker.

Die Basler Gesundheitsbehörden bleiben jedoch hart: «Eine Änderung ist nicht vorgesehen», sagt Anne Tschudin. Derweil haben die Apotheken im Nachbarkanton Baselland bislang keine negativen Erfahrungen gemacht. Seit dem letzten Jahr setzen dort auch Assistentinnen Impfspritzen. «Es ist eine grosse Entlastung für die Apothekerinnen und Apotheker», sagt Katherine Gessler, Präsidentin des Basellandschaftlichen Apotheker-Verbands.

In Basel-Stadt hoffen die Apotheken weiter auf ein Einlenken des Kantons. «Wir wären parat», sagt Lydia Isler-Christ.

Regionaljournal Basel Baselland, 18.12.2023, 6:32 Uhr;