Hamburg Hamburger Kupferproduzent

Anklage nach Diebstahl von fünf Tonnen Edelmetall von Aurubis-Gelände

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Quelle: picture alliance/dpa/Markus Scholz

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Betrüger haben dem Hamburger Kupferproduzenten Aurubis ein riesiges Loch in die Unternehmensbilanz gerissen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft fünf Männer angeklagt, die Tonnen Edelmetallrückstände vom Werksgelände gestohlen haben sollen.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen fünf Beschuldigte Anklage wegen schweren Bandendiebstahls oder gewerbsmäßiger Bandenhehlerei erhoben. Ein weiterer Beschuldigter ist der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl verdächtig. Dies gab eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekannt.

Die Beschuldigten sollen von Februar 2020 bis Januar 2021 insgesamt zwölf Straftaten zum Nachteil Kupferproduzenten Aurubis verübt haben. Dabei sollen sie etwa fünf Tonnen edelmetallhaltige Zwischen- und Nebenprodukte im Gesamtwert von rund 11 Millionen Euro unrechtmäßig vom Firmengelände im Stadtteil Veddel entwendet und an noch unbekannte Abnehmer weiterverkauft haben, hieß es.

Gestohlen wurden sogenannte Rohsilberfegsel. Diese Rohsilberrückstände entstehen im Zuge von Metallrecycling- und Aufbereitungsprozessen. Zumindest ein Teil der Beute soll zur Analyse und weiteren Verwendung auch an metallverarbeitende Betriebe in der Türkei versandt worden sein. Zur internen Kommunikation benutzten die Beschuldigten im Alter zwischen 33 und 50 Jahren Kryptohandys, sagte die Sprecherin.

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Tonnenweise Rohsilber gestohlen

Mitte Juni hatte die Polizei im Zuge der Ermittlungen zahlreiche Objekte in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen durchsucht und sechs Haftbefehle vollstreckt. Die Ermittlungen richteten sich gegen insgesamt elf Tatverdächtige. „Die meisten der bereits identifizierten Beschuldigten standen in einem Beschäftigtenverhältnis zu dem Unternehmen oder dort beschäftigten Subunternehmen“, sagte ein Polizeisprecher im Juni.

Neben schriftlichen Unterlagen und elektronischen Speichermedien beschlagnahmten die Einsatzkräfte unter anderem auch zehn Fahrzeuge, über 20 hochwertige Uhren, über 200.000 Euro Bargeld, mehrere scharfe Schusswaffen nebst Munition, aber auch Teile des mutmaßlichen Diebesguts: edelmetallhaltige Nebenprodukte.

Weiterer groß angelegter Millionen-Betrug

Aurubis war in diesem Jahr zudem Opfer eines groß angelegten Betrugs geworden, bei dem der Schaden auf fast 200 Millionen Euro beziffert worden war. Aufgefallen war der Betrug bei regelmäßigen Überprüfungen des Metallbestands. Es gab erhebliche Abweichungen vom Soll-Bestand sowie Abweichungen bei Sonderproben bestimmter Recycling-Lieferungen. Aurubis geht davon aus, dass manipulierte Proben mit hohen Gehalten wertvoller Metalle abgegeben wurden, die eigentlichen Lieferungen dann aber deutlich weniger wertvolle Metalle enthielten – wodurch letztlich überhöhte Rechnungen bezahlt wurden.

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Das Unternehmen hat nach den Diebstahl- und Betrugsfällen einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Nach vorläufigen Zahlen endete das Geschäftsjahr mit einem operativen Vorsteuergewinn von 349 Millionen Euro, wie die Aurubis AG am Mittwoch mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang von rund 34 Prozent.

„Im Vergleich zum Vorjahr ist das operative Ergebnis wesentlich beeinflusst durch die finanziellen Effekte aus den kriminellen Handlungen gegen Aurubis, die im abgelaufenen Geschäftsjahr ergebniswirksam berücksichtigt wurden“, heißt es in der Mitteilung. Der Gewinn liegt am oberen Ende der zuletzt veröffentlichten Prognose von 310 bis 350 Millionen Euro.