Die Klempner watschen Merz ab!

CDU-Chef Friedrich Merz hat Bundeskanzler Olaf Scholz am Dienstag im Bundestag scharf angegriffen. Merz sagte: „Sie sind ein Klempner der Macht. Ihnen fehlt jede Vorstellung davon, wie dieses Land sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln soll.“

Jetzt gibt’s eine Retourkutsche von Helmut Bramann (59), dem Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK). „Herr Merz meinte wohl, dass der Bundeskanzler nicht strategisch planvoll arbeitet und nur ausbessert“, sagt Bramann dem „Spiegel“. „Was das mit dem Klempner zu tun hat, erschließt sich mir nicht.“

Die Scholz-Kritik des CDU-Chefs würde dem Ansehen der Klempner nicht zuträglich sein: „Despektierliche Aussagen schaden dem Beruf“, so Bramann.

Aber auch mit der Kanzler-Partei SPD hadert der ZVSHK-Geschäftsführer. Denn die veröffentlichte auf der Social-Media-Plattform X einen Post, in dem es hieß: „Ob Gas, Wasser, Scheiße oder jede andere Krisensituation – wir sind uns nicht zu schade, anzupacken, wenn’s mal klemmt.“

Und das stößt Bramann sauer auf: Das habe „nichts“ mit Klempnern zu tun. Denn: „Der Klempner ist das metallene Pendant zum Dachdecker.“

Seine Kritik: Den jungen Leuten aus dem Social-Media-Team der SPD sei der Beruf offenkundig nur noch von Videospielen wie Super Mario bekannt. Immerhin, so Bramann, habe „Merz einen wirklichen Lerneffekt ausgelöst“.

Am Donnerstag hatte Merz seinen Klempner-Satz so erklärt: Dies sei eine Beschreibung von jemandem, „der nur im Klein-Klein die Schräubchen dreht und nicht in der Lage ist, wirklich ein ganzes Gebäude herzustellen“, sagte er bei RTL/ntv. Der CDU-Chef weiter: „Man braucht die Klempner, aber das sind nicht die Architekten und das sind nicht die Baumeister.“

Scholz (r.) mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (54, Grüne) am Dienstag im Bundestag

Wirtschaftsminister Robert Habeck (54, Grüne) und Kanzler Olaf Scholz (65, SPD) am Dienstag im Bundestag

Der Kanzler nahm die Merz-Aussage übrigens gelassen. Er sei „ein Anhänger des Handwerks in Deutschland“, sagte er bei einer Pressekonferenz auf Nachfrage. Man müsse Sachen sehr lange gemacht haben, um sie gut zu machen – auch in der Regierung. „Und da glaube ich, habe ich doch eine gewisse Parallelität mit diesem ehrbaren Handwerk des Klempners“, sagte Scholz. „Ich jedenfalls bin stolz auf dieses Lob.“