Spieltag A-ZRB Leipzig hält offensichtlich nicht viel von Gäste-Fans. So wendet der Red-Bull-Klub für den Besuch von Real Madrid am 13. Februar einen üblen Trick an: Nur wer für zwei andere Partien Tickets kauft, darf auch in der Champions League dabei sein – einen öffentlichen Vorverkauf gibt es quasi nicht.

Real Madrid wird zum zweiten Mal nach Oktober 2022 zu Besuch in Leipzig sein – Foto: REAL TOTAL/Nils Kern

RB macht sich mal wieder keine Freunde

RB Leipzig ist nicht unbedingt als Klub bekannt, der mit vielen Gäste-Fans verreist. Aber auch nicht als Klub, der viele Gäste-Fans toleriert geschweigedenn zulässt. Schon oft wurden gegnerische Fans, die sich in neutralen Blöcken aufhielten, aus der Red Bull Arena geworfen, gegen Real Madrid soll es scheinbar gar nicht erst zu derartigen Szenen kommen. Anders sind die Ticket-Informationen, die RB frisch bekannt gegeben hat, wohl nicht zu erklären.

Denn für das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale am 13. Februar (21 Uhr) gibt es quasi keinen öffentlichen respektive bedingungslosen Vorverkauf. Wie üblich bietet der von Red Bull geförderte Klub zwar verschiedene Verkaufsphasen, darunter befindet sich jedoch keine für „normale“ Fans. Dass zuerst die Vielfahrerinnen und Vielfahrer ein Recht auf Tickets haben (ab dem 22. Januar, 10 Uhr) ist dagegen völlig normal, auch dass in der zweiten Verkaufsphase die Besitzer einer Dauerkarte an der Reihe sind (ab 22. Januar, 14 Uhr). Aber dann kommt’s: In der dritten Verkaufsphase ab 23. Januar, ab 10 Uhr dürfen nur Eintrittskarten erwerben: Registrierte Ticketkäufer, die Tickets für die Heimspiele gegen Union Berlin (4. Februar) und/oder Borussia Mönchengladbach (17. Februar) gekauft haben (Verkaufsstart für beide Spiele ist der 8. Januar 2024).“

„Zwei Spiele für eins“! VVK-Bedingung gegen UEFA-Regularien?

RB „zwingt“ Fans also zum Kauf von Tickets von mindestens einem weiteren Spiel, wenn man gegen Real Madrid dabei sein will. Von den bisherigen elf Heimspielen in dieser Saison bekam RB die 47.069 Fans fassende Red Bull Arena nur ein einziges Mal zu 100 Prozent voll – Ende September gegen den FC Bayern –, kein Bundesligist hat so wenige. Wenn Real Madrid zu Besuch kommt, scheint man nun einen üblen Trick anzuwenden. Ob derartige Kauf-Bedingungen gegen UEFA-Regularien sprechen, ist nicht klar. Sicher ist aber, dass es quasi keinen öffentlichen, bedingungslosen Vorverkauf gibt. Denn auch die Rückläuferkontingente der UEFA und der ZSL (Arena-Ticket) sind nur für die Personengruppen aus den ersten drei Verkaufsphasen erhältlich.

Ab 19 und durchschnittlich 63 Euro: Von diesen (vergleichsweise fairen) Preisen wird wohl kein Real-Fan profitieren können

Wenn Madridistas in Leipzig also dabei sein wollen, gibt es diesmal scheinbar nur einen Weg: Fanklubs. Die circa 2.300 Gäste-Tickets gehen an Real Madrids „Peñas“. Wer nicht zu einem Fanklub gehört (einige „Peñas“ in der Übersicht), hat keine Chance im Gästeblock (2022 kosteten Gäste-Tickets 41 Euro) dabei zu sein beziehungsweise muss sich normalerweise beim gastgebenden Verein bezüglich der restlichen Eintrittskarten informieren – in diesem Fall mit RB gibt es die rechtlich fragliche Bedingung „Kaufe zwei Spiele für eins“. Vorsicht: Da die meisten Fanklubs nach dem Bekanntwerden eines Spiels in Deutschland einen Aufnahmestopp verhängen, um erstmal die eigene Nachfrage der älteren Mitglieder zu decken, dürfte es jetzt schon zu spät sein, einer „Peña“ beizutreten.

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