Neue Musik und Tourdaten

Rapper Alligatoah bei Rock am Ring 2022 (Archivbild).

Rapper Alligatoah bei Rock am Ring 2022 (Archivbild).

© Quelle: IMAGO/Panama Pictures

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Die Sorge vieler Fans, Alligatoah nie wieder live auf der Bühne zu sehen, war offensichtlich unbegründet. Geschürt hatte der Rapper sie selbst, indem er unter anderem all seine Instagram-Posts gelöscht hatte und nur einen kryptischen Beitrag stehen ließ. Doch es war, wie mancher schon vermutet hatte, mal wieder nur eine Promo-Masche.

Hannah Scheiwe

Ist es wirklich sein Karriereende ‒ oder doch nicht? Darüber spekulierten viele Fans des Rappers Alligatoah (34), als dieser vor knapp zwei Wochen all seine Instagram-Beiträge löschte. Bis auf einen: Ein Bild mit dem schlichten Untertitel „Fin“ blieb stehen, was übersetzt aus dem französischen „Ende“ heißt. In der Bio seines Accounts stand in der Vergangenheitsform: „Alligatoah war ein deutschsprachiger Musiker (1989–2023).“ Seine Website war nicht mehr abrufbar.

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Zu seinem Tourabschluss in Köln hatte er außerdem als letzten Song sein „Trauerfeier-Lied“ von 2013 gespielt. In dem Musikvideo dazu hatten Fans bereits damals eine kryptische Botschaft auf einem Grabkreuz entdeckt. „Gern geschehen – Alligatoah 1989–2023″, stand darauf. War das bereits eine erste Ankündigung zum festgelegten Karriereende?

Alligatoahs „Fin“-Post wieder verschwunden

Nein, war es offenbar nicht. Es war wohl schon wieder Promo. Diese Antwort erschließt sich nun durch einen erneuten Blick auf Alligatoahs Instagram-Profil, wo der „Fin“-Post wieder verschwunden ist, und auf die mittlerweile wieder öffentliche Website des Rappers, der mit Songs wie „Willst du“ oder „Lass liegen“ bekannt wurde. Ein Link in der Instagram-Bio führt nämlich zu einem gemeinsamen Song von Alligatoah und Limp-Bizkit-Frontmann Fred Durst.

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„So raus“, heißt er. Weiterhin kryptisch wird er auf Instagram so angekündigt: „Alligatoah hat aufgehört! Ich bin Battleboi (sein langjähriger Wegbegleiter). Jetzt, wo ich seine Kanäle übernommen habe und seinen Nachlass verwalte, wollte ich ihm eigentlich nur mithilfe von künstlicher Intelligenz seinen letzten Wunsch erfüllen, aber dabei habe ich etwas Unglaubliches entdeckt.“ Dann wird auf den Link zum Song verwiesen.

Alligatoah: Neues Album und Konzerttermine angekündigt

Und dann ist da noch ein weiterer Instagram-Post, der auf die Website Alligatoahs verweist, auf der wiederum ein neues Album für den 22. März angekündigt ist, zusätzlich zu Konzertterminen in fünf deutschen Städten im kommenden Jahr, für die es bereits Tickets gibt. Dazu heißt es: „Und wenn ich auch den ganzen Planeten absuchen muss … Ich schwöre, ich finde Alligatoah und zerr den auf die Bühne. Weiß noch nicht genau, wie das aussehen soll, aber fest steht: Es wird eine Show, wie es sie noch nie gegeben hat!“ Alligatoah, der mit bürgerlichem Namen Lukas Strobel heißt, geht also 2024 wieder auf Tour. Der Auftritt in Köln war nicht sein letzter.

Das löst gemischte Gefühle bei Fans aus. Manche sind erleichtert, weil ihr Lieblingskünstler weiter auftritt, manche sind aber auch genervt, weil die Karriereendeandeutungen schon wieder nur Promo waren. „Sorry, aber so nen Promo move hätte ich von Alligatoah nicht erwartet. Es gibt Leute, die das ernsthaft verletzt hat“, schreibt etwa ein Nutzer unter den Post. Ein anderer kommentiert: „Extrem billigste Promo dieses Jahr, extrem peinlich.“

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„Abschiede“ auf Instagram ‒ eine abgedroschene Masche

Tatsächlich ist Alligatoah nicht der erste Musiker, der seinen Fans erst vorgaukelt aufzuhören, indem er alle Instagram-Posts löscht und nur eine kryptische Andeutung stehen lässt, und dann doch weitermacht. Die Masche ist so langsam ziemlich abgedroschen. Mike Singer hat es 2020 schon getan, Lena Meyer-Landrut 2021 auch, es folgten viele weitere, und jetzt eben auch Alligatoah. Kein Wunder, dass viele solchen Andeutungen mittlerweile nur noch wenig Glauben schenken.