Elfmeter-Wirbel um Adeyemi

BVB-Trainer Edin Terzic war mit dem Schiedsrichter der Partie in Leverkusen nicht zufrieden.

BVB-Trainer Edin Terzic war mit dem Schiedsrichter der Partie in Leverkusen nicht zufrieden.

© Quelle: IMAGO/Jan Huebner

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BVB-Trainer Edin Terzic war nach dem 1:1 bei Tabellenführer Bayer Leverkusen mit der Leistung von Schiedsrichter Daniel Siebert alles andere als zufrieden. Der Coach redete sich in Rage.

Als Edin Terzic im TV-Interview bei DAZN nach dem 1:1 im Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen seine kurze Unterredung mit Schiedsrichter Daniel Siebert nach Schlusspfiff gezeigt wurde, reagierte der BVB-Coach noch schmallippig: „Dazu möchte ich mich nicht äußern“, sagte der 41-Jährige zunächst – und legte dann doch einen für ihn uncharakteristischen Wut-Auftritt hin. Der Trainer von Borussia Dortmund fühlte sich im Spiel vom Referee ungerecht behandelt. „Ich habe ihm klipp und klar meine Meinung gesagt zu der Elfmetersituation um Karim Adeyemi“, raunte Terzic und fügte an: „Das ist nicht das erste Mal, besonders bei Karim.“

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Worum geht es genau? In der 73. Minute dribbelte sich der gerade eingewechselte BVB-Profi Adeyemi beim Stand von 1:0 für Dortmund von der rechten Seite in den Strafraum. Dabei blieb der deutsche Nationalspieler an den beiden Bayer-Profis Edmond Tapsoba und Exequiel Palacios hängen. Adeyemi ging schließlich nach einem leichten Kontakt von Tapsoba, der den BVB-Profi am Schienbein traf, zu Boden. Schiedsrichter Siebert entschied sofort auf Weiterspielen. Der VAR ließ die Szene ebenfalls durchgehen.

Für Terzic ein großes Ärgernis: „Man sieht ganz klar den Körperkontakt unten am Schienbein“, echauffierte sich der BVB-Coach und redete sich dabei in Rage: „Es gibt für mich da keine zwei Meinungen. Es ist ein klarer Kontakt. Es ist ein klarer Elfmeter. Uns wurde die große Möglichkeit genommen, auf 2:0 zu stellen, in dieser Situation.“

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Als Ex-Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack in seiner Rolle als DAZN-Experte analysierte, dass Adeyemi in der Szene für ihn „ein bisschen abgehoben“ und der Kontakt für den Referee „vielleicht zu wenig“ gewesen sei, war Terzic kaum zu halten und fragte laut: „Das ist zu wenig? Unser Elfmeter in Stuttgart, den wir bekommen haben (…), war auch nicht zu wenig? Da wurde uns erklärt: ‚Es gibt einen klaren Kontakt, den müssen wir geben.‘ Hier wird uns erklärt: ‚Nee, das muss ich mir gar nicht angucken, weil ich mir sicher bin, dass es zu wenig ist.‘“

Terzic erinnert an vergangene Elfmeter gegen den BVB

Terzics größter Kritikpunkt: Die Verhältnismäßigkeit bei Elfmeterentscheidungen sei nicht mehr gegeben. „Wir diskutieren hier Woche für Woche um den VAR. Wir diskutieren über klare Fehlentscheidungen. Wir diskutieren über Handspiele, Foulspiele und so weiter und so fort. Und heute ist es zu wenig“, motzte der 41-Jährige und blickte nochmals in die Vergangenheit. „Welche Elfmeter haben wir denn bekommen? In Frankfurt, wo Marius den Ball an den Arm geschossen kriegt? Das ist nicht zu wenig. Das ist das, was mich einfach komplett aus der Fassung bringt jetzt. Das ist nicht gerecht. Das ist einfach nicht gerecht.“ Die Elfmeter, die gegen den BVB gepfiffen worden sind, „stehen in keinem Verhältnis zu dem, was jetzt heute passiert ist“, so Terzic weiter.

Für Adeyemi tat es Terzic besonders leid. Der Coach deutete an, dass der Außenbahnspieler bei den Schiedsrichtern einen schlechten Ruf hat: „Einmal hat er sich in diese Situation gebracht, dass er sich zu früh fallen lassen hat. Er hat dann Gelb bekommen, weil er da was schinden wollte, was nicht in Ordnung ist. Das haben wir besprochen“, erklärte der Pokalsieger von 2021. Seitdem würde Adeyemi die gleichen Situationen „immer gegen sich“ gepfiffen bekommen. „Nicht nur er, sondern wir. Das ist etwas, wo ich auch meinen Spieler in Schutz nehmen möchte.“

Auch vor Ballack, der in seiner Analyse laut Terzic den Schiedsrichter zu sehr in Schutz genommen habe. „Nicht weil ich in Leverkusen gespielt habe“, beteuerte der TV-Experte, woraufhin der BVB-Trainer sofort mit einem „Nein?“ antwortete. Schließlich könne und wolle er den Referee heute nicht schützen, so Terzic weiter.