Startseite Lokales Schongau Steingaden Stand: 05.02.2024, 06:00 Uhr

Kommentare

Gut gelaunt und ausgelassen wurde auf Steingadens Straßen gefeiert. Auch die zweite Auflage des Faschingsumzugs war ein voller Erfolg, wie die geschätzten rund 3500 Besucher zeigten. © Welz Bei bestem Wetter herrschte am Samstag grandiose Stimmung beim Steingadener Faschingsumzug. Geschätzt 3500 Narren feierten friedlich zusammen.

Steingaden – Wer denkt, Steingaden sei ein kleiner Ort, in dem nichts los ist, der irrt. Spätestens beim Faschingsumzug konnte jeder erleben, was dort alles auf die Beine gestellt wird. Schätzungsweise 3500 Besucher kamen, um dem Spektakel beizuwohnen. Die meisten verkleidet, von Jung bis Alt.

Der Veranstalter ist Alexander Mößmer, ein original Steingadener, der schon immer für den Fasching brennt und sich voller Herzblut in die Organisation des Faschingsumzuges reinstürzt, was teilweise ganz schön stressig ist, wie er verrät und anfügt: „Es stehen aber alle hinter mir.“ Die Gemeinde, der Fußballverein, die Feuerwehr, die Steingadener und auch sein Freund „DJ Tomix“ waren mit von der Partie.

Die Angst vor der Schließung des Schongauer Krankenhauses beziehungsweise der fehlende Hubschrauber-Landeplatz am Krankenhaus Weilheim, wurden hier thematisiert. © Welz Mößmer moderierte gewohnt professionell den gesamten Faschingsumzug, animierte das Publikum zu bester Feierlaune und sorgte ganz nebenbei dafür, dass auf die Sicherheit geachtet wurde.

Partyschaum und viel Musik Dass es wichtig war, dass alle hinter den Absperrungen blieben, wurde spätestens deutlich, als die riesigen Wagen knapp an den Hauswänden vorbei um die Ecke bogen und für das Rangieren sehr viel Platz benötigten. Faschingspartymusik dröhnte von den Wagen, die durch die feiernde und gut gelaunte Besatzung taktvoll zum Schwingen gebracht wurden.

Überall flogen zum großen Glück der maskierten Kinder hinter den Absperrbändern Unmengen an bunten Bonbons. Aber es flogen auch Holzspäne vom Wolfswagen durch die Luft, der vom Saulgruber Burschenverein den Wolfsabschuss vom Jäger darstellte. Die Niedersonthofener veranstalteten eine Aprés-Skiparty und ließen Partyschaum zum Beat aus den Boxen durch die Lüfte und in die Gesichter der Besucher fliegen. Was für eine Stimmung.

Partyschaum wie auf einer Aprés-Skiparty gab es beim Wagen der Niedersonthofener. © Welz Auf humoristische Weise wurden natürlich auch Steingadener Themen aufbereitet. Der heilige Fußboden der neuen Turnhalle in Steingaden mit Bezug auf die Vorgabe etwa, dass dieser für Veranstaltungen mit einem zuvor ausgelegten Teppich vor Abnutzung geschützt werden soll, wurde von den Mitgliedern der Steingadener Gruppe mit dem Namen „BGM-Weeber-Straße“ dargestellt, indem sie den Boden mit symbolischen Bodenplatten auf den zuvor eifrig sauber gekehrten Boden auslegten, um dann über diesen fahren zu können.

Auf pfiffige Weise wurde der Wagen der Urspringer zum Thema „Altenheim-Seniorengemeinschaft“ eingeleitet, indem sich ein junger Bub, als alter Mann verkleidet und geschminkt, auf dem Rollator sitzend von einem Rasenmäher ziehen ließ.

Krankenhaus Schongau war Thema Ein aktuelles Thema, das den gesamten Landkreis sichtlich beschäftigt, ist die Schließung der Geburtenstation im Krankenhaus Schongau: Die wurde dargestellt von der Landjugend Peiting mit ihrem Wagen, der eine mobile Geburtenstation zeigte. Aber auch die Angst vor der Schließung des Krankenhauses Schongau wurde von der Landjugend Altenstadt dahingehend aufbereitet, dass sie auf den nicht vorhandenen Landeplatz für Rettungshubschrauber am Weilheimer Krankenhaus aufmerksam machten: Fröhlich kreisten auf dem Wagen zwei gelbe Hubschrauber in Dauerschleife.

Insgesamt fuhren 29 Mottowagen mit beim zweiten Steingadener Faschingsumzug. Auf die Frage, was sich Veranstalter Mößmer für die Zukunft wünsche, antwortete er: „Dass der Umzug noch größer werden darf, die Stimmung so krass gut bleibt und wir alle weiter so gut zusammen helfen.“ Und er verriet, dass der Umzug auch im nächsten Jahr wieder ohne Eintritt stattfinden wird.

Elisabeth Welz

Auch interessant