Von Toronto nach Belgien bis in die Arabischen Emirate: Diese Reise hat ein geklautes SUV aus Kanada hinter sich.

Mittels Airtag-Tracking konnte sein rechtmäßiger Besitzer über Monate mitverfolgen, wo der Wagen hinbewegt wurde. Das Ärgerliche: Auch wenn klar war und ist, wo sich das Auto befindet, konnten die Ermittlungsbehörden das SUV bislang nicht beschlagnahmen.

2 geklaute SUV in einem Jahr: Frustrierende Airtag-Jagd

Nachdem ihm im Mai 2023 bereits ein SUV gestohlen wurde, trifft ein Kanadier, der in Medienberichten nur „Andrew“ genannt werden will, im August 2023 Vorsichtsmaßnahmen. Er stattet seinen neuen GMC Yukon XL mit zwei Airtags von Apple aus, um den Wagen im Falle eines Diebstahls verfolgen zu können.

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Und tatsächlich tritt das Worst-Case-Szenario ein: Als Andrew mit seiner Familie aus dem Urlaub nach Toronto zurückkommt, zeigen Spuren am Auto, dass der Wagen ins Visier von Dieben geraten ist. Die Lenkradsperre ist verändert, der Fahrersitz verstellt – eine kurze Mahlzeit im Haus später ist der Wagen weg.

Auf seinem Handy kann Andrew den Weg des Wagens nachverfolgen. Stundenlang bewegt sich das Auto im Umland von Toronto, zwei Tage nach dem Diebstahl kommt das Airtag-Signal von einem Terminal des Eisenbahnunternehmens Canadian Pacific Kansas City.

Die Polizei, die mittlerweile im Bilde ist, schickt einen Beamten zum Terminal. Vor Ort verbindet sich der zweite Airtag mit dem Smartphone des Polizisten, Andrews Auto scheint in einem Güterwaggon zu stecken. Das Frustrierende: Der Polizist verweist Andrew an den privaten Sicherheitsdienst des Eisenbahnunternehmens, die Polizei habe keine Zugriffsrechte auf den Container.

11.000 Kilometer entfernt: Airtag-Signal führt nach Dubai

Der private Sicherheitsdienst reagiert nicht schnell genug auf Andrews Anfrage – und der Zug mitsamt Auto fährt ab.

Sieben Tage nach dem ursprünglichen Diebstahl empfängt Andrew ein Signal aus dem Hafen von Montreal, dann herrscht fast einen Monat Funkstille. Das nächste Signal Anfang September kommt aus Belgien, Andrews Auto scheint im Frachthafen von Antwerpen gelandet zu sein.

Am 26. September 2023 dann eine erneute Meldung, diesmal aus einem Hafen nahe Dubai. Zwischen Andrew und seinem Auto liegen jetzt rund. 11.000 Kilometer und mehrere verzweifelte Versuche des SUV-Besitzers, die Reise seines Wagens per Polizei zu stoppen. Nur hat die laut Andrew teils die Verantwortung von sich gewiesen, teils war sie schlicht nicht schnell genug.

Andrews Vater, ein Richter in Rente, hat sich mittlerweile intensiv damit auseinandergesetzt, wie man das Auto zurückbekommen könnte. Vater und Sohn heuern einen Privatdetektiv in Dubai an, der den Wagen schließlich aufspürt.

Airtag-Auto in Dubai: Noch kein Happy End in Sicht

Auf einem Parkplatz wird der GMC Yukon XL zum Verkauf angeboten. Die Identifikationsnummer stimmt überein, in einer Gebrauchtwagenanzeige, die ein CBC-Reporter online entdeckt, passt sogar der Kilometerstand des Autos zu Andrews Angaben.

Man sei am Fall weiterhin dran, heißt es von der Polizei Toronto, Andrew und sein Vater haben mittlerweile sowohl Interpol als auch die emiratische Polizei kontaktiert.

„Wir haben alles getan, was wir konnten, außer hinzufahren und selbst zu versuchen, ihn zurückzubekommen“, so Andrew in einem Interview. Er hat nur einen Wunsch: „Ich will meinen Truck zurück.“ Der scheint seit einigen Wochen immerhin nicht mehr auf Reisen zu sein – Mitte Januar steht er laut CBC noch immer auf dem Gebrauchtwagenparkplatz in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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