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Von: Christoph Peters

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Nicht nur am Schongauer Bahnhof sind Bahnsteige und Gleise noch schneebedeckt. Bis hier wieder Züge fahren, wird es noch dauern.

Nicht nur am Schongauer Bahnhof sind Bahnsteige und Gleise noch schneebedeckt. Bis hier wieder Züge fahren, wird es noch dauern. © Herold

Überraschende Wende im Bahn-Chaos: Seit Donnerstagmorgen fährt die Pfaffenwinkelbahn zwischen Weilheim und Schongau wieder. Andere Strecken sind weiter gesperrt.

Update vom 7. Dezember, 11.10 Uhr: Diese Nachricht dürfte für viele überraschend kommen: Wie die BRB mitteilt, habe man Donnerstagfrüh mit Betriebsstart den Zugverkehr auf der Pfaffenwinkelbahn zwischen Weilheim und Schongau wieder aufnehmen können. Die Strecke zwischen Augsburg und Weilheim bleibe dagegen noch bis auf Weiteres gesperrt. Auch auf der Werdenfelsbahn zwischen München und Garmisch sowie auf der Kochelseebahn geht nach wie vor nichts. Zwischen Kochel und Penzberg ist laut Deutscher Bahn ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Erstmeldung vom 6. Dezember, 18 Uhr: Landkreis – Ein Traum in Weiß ist der Schongauer Bahnhof in diesen Tagen. Doch für Pendler gleicht der Anblick schneebedeckter Bahnsteige und Gleise wohl eher einem Albtraum. Wann hier wieder ein Zug fährt? Ein Bahnmitarbeiter zuckt auf diese Frage am Mittwoch nur mit den Schultern. Er und sein Kollege seien nur hier, um die Weichen vom Schnee zu befreien, sagt der Mann.

Anruf bei der Bayerischen Regiobahn (BRB), die bekanntlich die Pfaffenwinkelbahn zwischen Weilheim und Schongau betreibt. Pressesprecherin Annette Luckner würde gern weiterhelfen. Doch auch sie muss bei der Frage, wann der Zugbetrieb wieder aufgenommen werden kann, passen. Man stehe im Austausch mit der DB Netz, die für das Schienennetz zuständig sei. Diese müsse die Strecke freigeben. „Wann das sein wird, können wir nicht sagen.“

Wir fragen also bei der Deutschen Bahn in München nach, wollen wissen, woran es liegt, dass Tage nach dem starken Schneefall noch immer kein Zug in der Region fährt. Denn neben der Pfaffenwinkelbahn herrscht auch auf der Ammerseebahn sowie der Werdenfelsbahn weiter Stillstand. Die Antwort ist lang, der Inhalt jedoch wenig befriedigend. Eine Sprecherin verweist allgemein darauf, dass Teams der DB vor Ort die Strecke und alle Rettungswege vollständig von Schnee und Eis befreien, beschädigte Infrastruktur reparieren und die Züge wieder fahrtüchtig machen müssen, damit letztere wieder fahren können. 1500 Mitarbeitende stünden bayernweit bereit, um Bahnsteige und Gleise von Schnee und Eis zu befreien. Wann dies jedoch bei den genannten Strecken in der Region der Fall sein werde, darauf gibt es keine Antwort. Auch zur Frage, welche Schäden es genau sind, mit denen man kämpft, schweigt sich die Bahn aus.

Keine Hoffnung auf Schienenersatzverkehr

Durchblicken lässt man allerdings, dass es durchaus noch dauern könnte. Denn: „Bei extremen Witterungsbedingungen müssen wir unsere Räumarbeiten so organisieren, dass von den freien Strecken möglichst viele Züge gleichzeitig profitieren. Daher konzentrieren wir uns zunächst auf die Strecken, auf denen sowohl unsere Reisenden im Nah- und Fernverkehr als auch der Güterverkehr unterwegs sind.“ Am Mittwochnachmittag teilte die BRB schließlich mit, dass für die Ammerseebahn derzeit die Flugbilder des Helikopters seitens DB Netz AG ausgewertet und die Schneidetrupps verteilt würden. „Das THW wurde jetzt zusätzlich bestellt zur Unterstützung.“

Große Hoffnung, dass die Zeit der Sperrungen zumindest bald mit Schienenersatzverkehr überbrückt wird, brauchen sich Bahnreisende im Übrigen nicht zu machen. Luckner: „Wir bemühen uns immer darum, aber der Personalmangel bei den Busfahrern ist so groß, dass man schier keinen bekommt.“

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Schongau-Newsletter. Und in unserem Weilheim-Penzberg-Newsletter.

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