Wärmepumpen, Barrierefreiheit, Verstaatlichung, Cannabis – die Palette der Fragen war groß, die die Schülerinnen und Schüler der Medienschule Babelsberg bei „Ausgefragt? Nachgehakt!“ an die Politik richteten. Bei der Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft e.V. am Donnerstag fand eine Art Polit-Speeddating mit Daniel Keller (SPD), Petra Budke (Grüne) und Isabelle Vandre (Linke) statt, die sich in drei Runden den Fragen der rund 60 Jugendlichen stellten. Steeven Bretz (CDU) und Dennis Hohloch (AfD) hatten ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt.

„Welche Nachteile hat Windkraft für Tiere?“, fragte eine Schülerin Petra Budke. Die Grünen-Politikerin räumte ein, dass durch Windräder Vögel zu Tode kommen, setzte dies jedoch in Relation zum Autoverkehr, durch den sehr viel mehr Vögel sterben. „Außerdem kommt es nicht nur darauf an, den einzelnen Rotmilan zu schützen, sondern die ganze Population. Und unsere Vogelpopulationen sind stark durch den Klimawandel gefährdet, deswegen brauchen wir Windenergie.“

„Wie stehen sie zum Thema Schutzräume für queere Menschen?“, wollte eine Schülerin von Isabelle Vandre wissen. „Es gibt schon länger die Überlegung, einen Treffpunkt für queere Jugendliche in Potsdam zu schaffen, ähnlich wie den Mädchentreff“, sagte die Linken-Politikerin. „Aber leider gibt es das noch nicht.“ Sie halte solche Schutzräume für eine wichtige Maßnahme, da der Ton und die Anfeindungen gegenüber queeren Menschen in den letzten Jahren immer heftiger geworden seien. Als Beispiel nannte Vandre die homo- und transfeindlichen Angriffe, die es zu Beginn des Jahres in Golm gegeben hatte.

Daniel Keller wurde zu seinem Standpunkt zur Cannabis-Legalisierung befragt, die er befürwortete. „Und wann kommt sie?“, hakte ein Schüler nach. Keller blieb unkonkret: „Es gibt noch berechtigte Kritik, die bearbeitet werden muss, außerdem muss sich die Justiz auf Landesebene noch damit beschäftigen.“

Ein anderer Schüler wollte wissen, ob er auch Kokain legalisieren würde. „Nein, da muss man schon abwägen, was das Abhängigkeitsrisiko betrifft“, so Keller. „Aber müsste man nicht eigentlich Alkohol verbieten? Daran sterben viel mehr Menschen als an Cannabis“, sagte ein anderer Schüler. „Ein Verbot ist hier nicht der richtige Weg, sondern Regulierung“, so Kellers Antwort.