Keine Gefolgschaft für IOC

Leichtathletik verweigert russisches Comeback


08.12.2023, 22:35 Uhr

Sebastian Coe wehrt sich gegen das IOC.

Sebastian Coe wehrt sich gegen das IOC.

(Foto: dpa)

Russische und belarussische Sportler dürfen im Sommer bei den Olympischen Spielen in Paris starten, das entscheidet das IOC. Allerdings gibt es Gegenwind. Der Leichtathletik-Weltverband hat auf dieses Comeback keine Lust.

Sebastian Coe hat die Teilnahme russischer oder belarussischer Leichtathleten als neutrale Sportler bei den Olympischen Spielen 2024 ausgeschlossen. “Vielleicht werden Sie in Paris einige neutrale Athleten aus Russland und Belarus sehen, aber in der Leichtathletik wird das nicht der Fall sein”, sagte der Präsident des Weltverbandes World Athletics (WA) bei einer Pressekonferenz nach einer WA-Councilsitzung in Monte-Carlo.

Bei internationalen Leichtathletik-Wettkämpfen sind Russen und Belarussen damit weiter nicht zugelassen. “Die Position, die unser Verband hat, ist unverändert. Ich kann dem nichts hinzufügen”, so Coe. Der Weltverband hatte im März entschieden, dass Russland und Belarus wegen des Ukraine-Krieges auch mit neutralen Sportlern und Sportlerinnen nicht bei internationalen Wettkämpfen und Weltmeisterschaften von World Athletics starten dürfen.

Dagegen hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Start beider Länder mit neutralen Athleten und unter Bedingungen an den Sommerspielen 2024 in Paris genehmigt. Sportler, die dem Militär angehören, sollen ebenso ausgeschlossen bleiben wie Mannschaften aus beiden Nationen.

Coe als IOC-Kritiker bekannt

Der Brite Coe war schon in der Vergangenheit auf Distanz zum IOC gegangen, die olympische Kernsportart Leichtathletik steht ungebrochen zu ihrem Nein zu Russen. Auch der europäische Leichtathletik-Verband hatte sich immer wieder klar gegen Russlands Rückkehr in die Leichtathletik ausgesprochen.

Russlands Leichtathleten waren international wegen des Dopingskandals seit November 2015 gesperrt, World Athletic verlieh einzelnen Sportlern unter bestimmten Bedingungen aber den Status eines Neutralen Athleten – so auch für Olympia in Tokio. Dieser Prozess wurde wegen des Angriffs auf die Ukraine ausgesetzt.

Wie der Weltverband zudem mitteilte, wird eine Arbeitsgruppe die WA-Führung über den Status von Russen und Belarus bei internationalen Wettkämpfen und Veranstaltungen beraten, hieß es in einer Mitteilung. Dazu gehöre auch, Empfehlungen abzugeben, ob die Sanktionen ausreichend sind oder ob sie durch andere, zu verhängende Sanktionen ersetzt, ergänzt oder abgeändert werden sollten. Außerdem hat sie die Aufgabe zu prüfen, welche Bedingungen und Kriterien erfüllt sein müssen, um russischen und belarussischen Athleten, Trainern oder Offiziellen “irgendwann in der Zukunft” die Teilnahme an Veranstaltungen der World Athletics Series oder an den Olympischen Spielen zu ermöglichen.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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