Wegen USA-China-Konflikt

Chipindustrie-Ausrüster ASML muss Exporte vorzeitig einstellen


02.01.2024, 13:42 Uhr

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Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol und der niederländische König Willem-Alexander besichtigen ein Werk von ASML. Neben China beziehen auch weitere Länder ASML-Maschinen.

Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol und der niederländische König Willem-Alexander besichtigen ein Werk von ASML. Neben China beziehen auch weitere Länder ASML-Maschinen.

(Foto: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY)

Der niederländische Chipindustrieausrüster ASML darf mehrere Lithografiesysteme nicht nach China exportieren. Das Unternehmen hat ein Quasi-Monopol in diesem Bereich der Chipproduktion. China macht die USA für den Exportstopp verantwortlich und droht mit Gegenmaßnahmen.

Der Chipindustrieausrüster ASML hat einige chinesische Kunden wenige Wochen vor der Ausweitung von Exportbeschränkungen nicht mehr mit Maschinen zur Chipherstellung beliefern können. Eine Lizenz für die Auslieferung bestimmter Lithografiesysteme sei teilweise von der niederländischen Regierung zurückgezogen worden, teilte das Unternehmen in Veldhoven mit. Dies werde “Auswirkungen auf eine kleine Zahl von Kunden in China haben”.

In Diskussionen mit den US-Behörden habe der Konzern zudem weitere Klärung zu Umfang und Auswirkung von US-Exportbeschränkungen erhalten. Der Rückzug der Lizenzen habe keine wesentlichen Effekte auf den Finanzausblick für das Jahr 2023, hieß es von ASML. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf Insider berichtete, drang die Regierung von US-Präsident Joe Biden auf den vorzeitigen Lieferstopp. Chinas Außenministerium kritisierte, die USA würden unter Vorwand andere Länder dazu zwingen, Technologie-Blockaden gegen China umzusetzen.

Das Verhalten der USA verletzte “ernsthaft” internationale Handelsregeln und wirke sich auf die Stabilität globaler Lieferketten aus, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin in Peking. Die Niederlande sollen objektiv bleiben und “den Geist des Vertrages” respektieren. Peking warf den USA “einschüchterndes Verhalten” vor und drohte mit Gegenmaßnahmen.

Exportverbote für Lithografiemaschinen nach China

Seit dem 1. Januar greifen ohnehin bestimmte Exportverbote für sogenannte Deep-Ultraviolet-Lithografiemaschinen (DUV) nach China, um das Land von der Versorgung mit Chip-Hochtechnologie abzuschneiden. Die USA hatten zuvor auf das Verbot der Lieferung von moderneren Belichtungsanlagen der sogenannten Extreme-Ultraviolet-Technologie (EUV) nach China hingewirkt.

ASML ist ein sehr wichtiges Unternehmen in der Chip-Branche. Seit längerem schon belastet der Technologiestreit zwischen den USA und China die Anlegerstimmung rund um Europas wertvollsten börsennotierten Technologiekonzern. Das Unternehmen hat ein Quasi-Monopol im Bereich fortschrittlicher Belichtungssysteme zur Chipproduktion.

Zu den Kunden zählen die großen Chiphersteller TSMC, Samsung und Intel. ASMLs Technologie kann für die Herstellung sämtlicher Halbleiter etwa für Smartphones zum Einsatz kommen, aber auch für militärische Zwecke – mit Blick auf China sorgen sich die USA vor allem um Letzteres.

Quelle: ntv.de, lme/dpa/AFP

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