Auf der UN-Klimakonferenz haben Hunderte Menschen für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz und eine Feuerpause im Gaza-Krieg demonstriert. Mit Sprechchören, Plakaten und Bannern zogen die Teilnehmer am Samstag über das Konferenzgelände in Dubai, das während des zweiwöchigen Treffens von den Vereinten Nationen kontrolliert wird.

Auf Transparenten war unter anderem zu lesen „Klimagerechtigkeit jetzt“ (Climate Justice Now) sowie „Feuerpause jetzt“ (Ceasefire Now).

Um auf die Erderhitzung aufmerksam zu machen, hielten einige Aktivisten große Pfannen aus Pappmaché in den Händen, in denen sie symbolisch aufblasbare Erdbälle brieten. Auf Plakaten stand „Raus aus den Fossilen“ („End fossil fuels“) und „Wie viele Särge für weniger Emissionen?“ (How many coffins for Emissions Reductions“).

Ein Hauptstreitpunkt auf der Konferenz von knapp 200 Staaten ist, ob ein Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas verbindlich beschlossen werden soll. Die EU sowie Dutzende weitere Staaten sind dafür, während Ölstaaten wie Saudi-Arabien sich offen dagegen stemmen. Das UN-Treffen soll am Dienstag enden – in den vergangenen Jahren ging es jedoch stets in die Verlängerung.

Mit Blick auf die von Israel besetzten palästinensischen Gebiete, darunter das Westjordanland und Ost-Jerusalem, hieß es auf anderen Plakaten: „Ende der Besetzung“ (End of Occupation) und „Recht auf Rückkehr“ (Right to Return).

Die nächste COP findet in Aserbaidschan statt

Die Weltklimakonferenz im kommenden Jahr wird erneut in einem Ölstaat stattfinden: in Aserbaidschan. „Ich bin erfreut bekanntzugeben, dass es eine übergreifende Unterstützung für die Kandidatur Aserbaidschans als Gastgeber der COP29 gibt“, sagte der Umweltminister Aserbaidschans, Mukhtar Babayev, am Samstag vor dem Plenum in Dubai.

Zuvor hatte Armenien die Kandidatur des Nachbarlandes blockiert. Bei einer Annäherung zwischen den beiden verfeindeten Staaten erklärte Armenien aber nun, den aserbaidschanischen Antrag auf die Ausrichtung zu unterstützen.

Nach dem Rotationsprinzip der Klimakonferenz ist im kommenden Jahr regulär eine Gruppe osteuropäischer Länder als Gastgeber dran. Dort gab es zuvor lange Diskussionen. Auch Russland begrüßte die Einigung auf Aserbaidschan.

Umweltorganisation kritisiert Entscheidung

Die Umweltorganisation Germanwatch kritisierte die Entscheidung: „Die Tatsache, dass mit Aserbaidschan nach Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein weiterer Ölstaat die Klimaverhandlungen leiten soll, ist höchst problematisch“, sagte der politische Geschäftsführer Christoph Bals. Außerdem gebe es große Probleme mit Korruption.

Wäre eine Einigung in dieser Gruppe nicht gelungen, hätte die nächste Klimakonferenz in Bonn stattgefunden – dort sitzt das Klimasekretariat der Vereinten Nationen. Findet sich kein anderer Gastgeber, trifft sich die Weltgemeinschaft dort zu ihrem jährlichen Treffen. (dpa)