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Die Saat - Tödliche Macht

Lennart (Per Kjerstad) zeigt Max Grosz (Heino Ferch, r) und Polizistin Thea Koren (Ingrid Bolsø Berdal) den Svalbard-Saatguttresor. © Dusan Martincek/ARD Degeto/Odeon Fiction GmbH/NRK//dpa

Welternährungskrise und Klimawandel, Umweltaktivisten und skrupellose Unternehmer: Der sechsteilige Politthriller „Die Saat“ bringt hochaktuelle Themen zusammen. In der Hauptrolle überzeugt Heino Ferch.

München – Der Ukrainekrieg hat das Thema Getreidehandel und Welternährung in die Schlagzeilen und auf die tagespolitische Agenda katapultiert. In der sechsteiligen ARD-Thrillerserie „Die Saat“ erzählen Autor Christian Jeltsch und Regisseur Alexander Dierbach eine spannende, fiktionale Geschichte rund um den Global Seed Vault auf Spitzbergen in Norwegen.

Das ist ein Saatgut-Archiv, in dem Saaten aus aller Welt als genetisches Back-up lagern. Zu sehen ist die top-besetzte und atmosphärisch packende Reihe am Samstag ab 20.15 Uhr und am Sonntag ab 21.45 Uhr im Ersten.

Auf Spitzbergen verschwunden

Heino Ferch spielt den beruflich desillusionierten Münchner Kriminalbeamten Max Grosz. Dessen Neffe Victor (Jonathan Berlin) ist verschwunden. Das letzte Lebenszeichen des jungen Journalisten und Umweltaktivisten gab es von Spitzbergen aus. Als die norwegische Polizei die Suche nach Victor einstellt, macht sich Max auf den Weg. Nicht nur, weil Victor ihm eine Niere gespendet hat. Vielmehr ist der junge Mann wie ein Sohn für den Polizisten.

Mit seiner ungeduldigen, forschen Art stößt Max bei den Ermittlern auf Spitzbergen auf taube Ohren, selbst als er nahe dem Global Seed Vault Blutspuren entdeckt. Victor hatte zu dem internationalen Agrarkonzern BSG recherchiert und versucht, in das Saatgut-Lager einzubrechen. War er kriminellen Machenschaften auf der Spur?

In der einheimischen Polizistin Thea Koren (Ingrid Bolsø Berdal) findet Max eine Verbündete. Gemeinsam wollen sie Victor finden und ahnen nicht, dass ihnen ihre Gegner längst auf den Fersen sind. Dann stellen sie fest, dass Max’ Nierenmedikamente manipuliert wurden. Dem Polizisten geht es immer schlechter. Allerdings: Er hat inzwischen ein Lebenszeichen von Victor erhalten.

Mit Politthriller auf Welternährung aufmerksam machen

Hauptdarsteller Heino Ferch sagte im dpa-Interview, mit seiner Rolle dem Publikum das Thema Welternährung nahe bringen zu wollen. „Mit den Augen von Max entfaltet sich dieses Kaleidoskop von Polit-, Macht- und Wirtschaftsstrukturen.“ Es gehe um Lobbyismus und um die Frage, wie mit der Politik Deals gemacht werden. „Das ist an der Tagesordnung, aber wir kriegen vielfach nichts davon mit, weil es hinter verschlossenen Türen passiert.“

„Ich wusste gar nicht, dass es diesen Global Seed Vault gibt“, erzählte Ferch. „Das, was im Film zu sehen ist, ist der Original-Eingang zu dem weltweit größten Saatgutspeicher. Da sind Getreide oder Reis aus allen Regionen der Erde eingelagert in Permafrost.“ Das wiederum sei auch Thema: „Wird die Erde wärmer, ist dieses Bergwerk gefährdet. Dann wird das irgendwann wahrscheinlich umgelagert werden müssen oder man muss da kühlen, weil es zu warm wird.“

So spielt der Klimawandel in die Geschichte hinein. „Dass große Zusammenhänge aufgezeigt werden, ist etwas, was ich an dieser Serie besonders finde.“ Der Schauspieler hofft, über eine TV-Serie ein breiteres Publikum zu erreichen als mit einer Dokumentation.

Und wie geht er selber mit ständigen Krisennachrichten um? „Ich fokussiere mich auf meine Arbeit und auf das, was mir am nächsten ist: die Familie, die Kinder“, sagte Ferch. Seinen Kindern versuche er einen umsichtigen Umgang mit Ressourcen beizubringen. Jeder können schon mit Kleinigkeiten seinen Teil zum Klimaschutz beitragen.

Ansonsten gilt für ihn: „Man darf nicht den Mut verlieren oder hysterisch werden, aber auch nicht den Kopf in den Sand stecken – sondern wach und fröhlich bleiben.“ dpa

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