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Von: Julia Stanton

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In Polen kommt es immer wieder zu kuriosen Elchsichtungen in Innenstädten und auch in Deutschland werden sie vermehrt entdeckt. Aber Vorsicht: Zu nah sollte den Tieren keiner kommen.

Warschau — In den letzten Wochen konnten die Einwohner der polnischen Hauptstadt Warschau immer wieder Elche in der Innenstadt antreffen. Richtig gelesen: Elche. Was sich anhört, wie ein dummer Scherz, ist für viele Menschen in Polen Realität. Ein Video zeigt beispielsweise, wie eine Elchkuh einen gemächlichen Spaziergang durch das Stadtzentrum macht und sich dabei weder von Autos noch Menschen aus der Ruhe bringen lässt.

Elche waren in Polen vom Aussterben bedroht

Eine Ausnahme ist das nicht: Elch-Sichtungen werden in Polen immer häufiger. In Warschau wurden sie nicht nur in der Innenstadt, sondern auch schon in Supermärkten entdeckt. In der Kleinstadt Elbląg im Norden Polens spazierte eine Elchkuh letztes Jahr auf dem Dach eines Einkaufszentrums umher. 

Klimakrise trifft Schwedens Elche

Elchsichtungen werden in Polen immer häufiger. © Demy Becker/dpa

Da die Tiere lange Zeit vom Aussterben bedroht waren, gilt in Polen seit 2001 ein Jagdverbot für Elche. Damals gab es nur etwa 1500 Elche in Polen, heute sollen es laut dem Statistischen Bundesamt über 33.000 sein. In Europa sind die Tiere neben Polen besonders in Schweden, Tschechien, Weißrussland oder der Ukraine verbreitet.

Elchsichtungen auch vermehrt in Deutschland 

Auch in Deutschland sind in den letzten Jahren vermehrt Elche gesichtet worden, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Nachdem die Tiere durch Jagd verdrängt wurden, wandern sie von Polen oder Tschechien seit Kurzem wieder ein. Zurzeit sollen etwa 15 Elche dauerhaft in Deutschland leben. 2019 wurde ein Elch im bayrischen Wald entdeckt.

Für Brandenburg gibt es mittlerweile sogar ein Elch-Monitoring System, um mehr über die Tiere zu erfahren. Menschen, die einen Elch sichten, werden gebeten, dies dem Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde zu melden. Wegen einer ganzjährig geltenden Schonzeit dürfen die Tiere heute nicht mehr gejagt werden. Dennoch sind Elchbegegnungen in Deutschland extrem selten. In Innenstädten werden sie hierzulande also in nächster Zeit wohl kaum zu sichten sein. 

Achtung: Elche können gefährlich werden

Elche gehören zu den größten Säugetieren Europas. Sie können bis zu 800 Kilogramm schwer und über zwei Meter groß werden. Das macht sie allerdings auch gefährlich. Auch wenn Elche wie friedliche Tiere aussehen, sollten sie nicht unterschätzt werden. Gefahr besteht besonders, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sehen.

Zudem können Elche auch im Straßenverkehr zu Problemen führen. In Schweden werden jährlich etwa 5000 Autounfälle durch Elche verursacht. Wegen der Größe der Tiere können diese fatal enden. Experten empfehlen daher einem Zusammenprall, wenn möglich auszuweichen.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

In Deutschland kommt es zurzeit auch zu vermehrten Sichtungen eines unliebsameren Tieres: Der Goldschakal, ein asiatisches Raubtier, richtet in Hessen Unheil an. (jus)

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