Ausland Russische Aggression

Verbündete der Ukraine dürften „nicht feige sein“, warnt Macron

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Emmanuel Macron während seiner Rede in Prag Emmanuel Macron während seiner Rede in Prag

Emmanuel Macron während seiner Rede in Prag

Quelle: REUTERS

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Nach seiner kontrovers diskutierten Aussage über Bodentruppen in der Ukraine spricht der französische Präsident in Prag – und fordert von den Unterstützern Kiews mehr Mut. Man dürfe gegenüber jemandem, der keine Grenzen kenne, nicht seine eigenen erklären, betont Macron.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine vor einem Geist der Niederlage gewarnt. „Wenn wir jeden Tag erklären, was unsere Grenzen gegenüber jemandem sind, der gar keine hat und diesen Krieg angezettelt hat, kann ich Ihnen schon sagen, dass der Geist der Niederlage sich einschleift“, sagte Macron am Dienstag während eines Besuches in Prag.

Die Verbündeten des Westens rief er zu mehr Mut auf. „Wir nähern uns gewiss einem Moment unseres Europas, in dem es angebracht ist, nicht feige zu sein“, so Macron. Man wolle die kommenden Dramen und das, was ablaufe, nie sehen, erklärte der französische Staatschef. Er denke, dass Frankreich und Tschechien bewusst sei, was in Europa vor sich gehe: dass der Krieg auf europäischen Boden zurückgekehrt ist. „Wir müssen der Geschichte und dem Mut, den diese voraussetzt, gerecht werden. Auch das ist unsere Verantwortung.“

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In der vergangenen Woche hatte Macron für Aufregung gesorgt, als er den Einsatz von Bodentruppen in der von Russland angegriffenen Ukraine nicht ausschloss. Bei einem Treffen mit mehr als 20 Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), habe es zwar keine Einigkeit dazu gegeben, aber im künftigen Kriegsverlauf könne nichts ausgeschlossen werden, hatte Macron gesagt. Die Regierung in Paris erklärte später, damit seien keine Kampfeinheiten gemeint gewesen. Scholz wies den Vorstoß Macrons in die Ukraine zurück.

In Prag verteidigte Macron seine umstrittene Aussage. „Ich glaube, es ist absolut notwendig, dass wir erklären, dass wir uns selbst keine Einschränkungen setzen werden“, sagte er. Er betonte erneut, dass er keine Eskalation wünsche. Es sei aber ein „strategischer Sprung“ nötig.

Pistorius lehnt Macrons Worte ab

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wies die Aufforderung von Macron, nicht feige zu sein, als wenig hilfreich für die Lösung der Probleme vor Ort zurück. „Das hilft nicht wirklich dabei, die Probleme zu lösen, die wir dabei haben, die Ukraine so gut wie möglich zu unterstützen“, sagte Pistorius bei einem Besuch in Schweden.

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„Aus meiner Sicht brauchen wir keine Diskussionen über den Einsatz von Bodentruppen oder über mehr oder weniger Mut“, sagte Pistorius auf Englisch mit Blick auf entsprechende Äußerungen Macrons. Es gehe „darum, sich auf die relevantesten Herausforderungen zu konzentrieren“.

Der Bundesverteidigungsminister ergänzte: „Das heißt, die Kapazitäten der Industrie etwa bei der Herstellung von Munition für Artillerie und Luftabwehrsysteme effizient und schnell zu erhöhen“. Dies sei „das, was die Ukraine am dringendsten braucht“.