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ÖV-Förderung für Jugendliche

Preisrabatt beim Busabo zieht bei Schaffhauser Jugendlichen

Jugendliche können in Schaffhausen neu für 300 statt für 500 Franken ein Jahr Bus fahren. Das Angebot findet Anklang.

Die Ansage ist klar: Jugendliche sollen mehr Bus fahren. Die Städte Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall wollen junge Menschen vermehrt auf den Geschmack des Busfahrens bringen. Nur noch 300 statt 500 Franken kostet für 12- bis 18-Jährige nun ein Jahresbusabo.

Dies haben die Parlamente der beiden grössten Schaffhauser Gemeinden letztes Jahr ermöglicht, indem sie beschlossen, 200-Franken-Gutscheine zu verteilen. Diese können interessierte Jugendliche bei den Verkehrsbetrieben einlösen.

Verantwortliche denken bereits an Ausweitung des Angebots Und dies ist offenbar schon oft vorgekommen: Über 150 von 2500 dieser reduzierten Jahresabos sind gemäss den Verkehrsbetrieben Schaffhausen schon eingelöst worden, und das bereits in den ersten zwei Wochen des Angebots. Die Verantwortlichen sind mit dem Start zufrieden. Nun denken sie schon an eine Ausweitung dieses Angebots – und zwar auf Kinder und Firmen.

Legende:

In Schaffhausen kommen die vergünstigten Busabos für Jugendliche offenbar gut an.

SRF/Roger Steinemann

Vorderhand liegt der Fokus zwar auf den Jugendlichen – auf Kantonsebene gibt es mittlerweile einen Vorstoss, der auf alle Jugendlichen abzielt. Angedacht ist aber auch eine verbesserte digitale Lösung des Angebots, sodass Firmen mitmachen können, indem sie ihren Angestellten beispielsweise ähnliche Gutscheine zur Verfügung stellen könnten.

Stadt Schaffhausen budgetiert dafür 300’000 Franken pro Jahr

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Die Stadt Schaffhausen hat den Topf für die Busabo-Rabatte mit 300’000 Franken pro Jahr gefüllt. Um diesen aufzubrauchen, müssten rund 70 Prozent der Stadtschaffhauser Jugendlichen ihren Gutschein einlösen.

Zum Vergleich: Stand heute haben erst zirka 30 Prozent ein Jahresabo für den Bus. Hinzu kommen 21 Prozent, die ein Monatsabo haben.

Daran arbeite man, sagt Daniel Preisig, der als Schaffhauser Stadtrat für die Verkehrsbetriebe zuständig ist. Das Ziel wäre es, nächstes Jahr eine vollständig digitale Lösung anbieten zu können – etwa per Smartphone, Swisspass und Kreditkarte. Bis anhin müssen die interessierten Jugendlichen die Gutscheine nämlich vor Ort einlösen. Vom System her sei das bis dato noch nicht anders machbar gewesen.

Idee wird auch in Zürich diskutiert Auch in der Stadt Zürich stösst die Idee eines rabattierten ÖV-Abos auf Anklang, jedoch nicht bei allen. Geht es nach der Stadtzürcher SP, ist klar: Eine Fahrt mit Bus, Tram oder Zug ist zu teuer und soll günstiger werden. Erst letzte Woche hat die Partei eine Initiative eingereicht, die ein ÖV-Abo für die Stadt Zürich preislich in etwa halbieren will – umgerechnet nur noch einen Franken pro Tag soll das kosten, für Kinder und Jugendliche gar noch günstiger.

Legende:

Für oder wider ÖV-Rabatte: In Zürich ist man sich diesbezüglich uneinig.

Keystone/Alexandra Wey

Anders sieht das die SVP. Stephan Iten, der für die SVP im Stadtzürcher Gemeinderat politisiert, finde das zwar eine nette Idee aus Schaffhausen. Er hinterfragt jedoch die anfallenden Kosten und wer diese übernehmen soll. Schliesslich müssten die Verkehrsbetriebe Zürich, und damit ein städtisches Unternehmen, die aus den gewährten Rabatten resultierende Differenz berappen. Ausserdem benützten Zürcher Jugendliche bereits heute Bus und Tram, auch ohne Gutschein.