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Von: Christoph Klaucke

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Thomas Müller sitzt beim FC Bayern nur auf der Bank. Trainer Thomas Tuchel bevorzugt andere Profis. Zuletzt wurde die FCB-Ikone sogar umgangen.

München – Thomas Müller muss sich beim FC Bayern wieder mit der Reservistenrolle abfinden. Trainer Thomas Tuchel setzte den Routinier in den letzten Spielen auf die Bank. Am vergangenen Wochenende in Augsburg erlebte Müller sogar einen ganz bitteren Moment.

Müller-Hoffnung unter Tuchel zerschlägt sich

Müller schien rund um den Jahreswechsel wieder gefragt zu sein unter Tuchel. Der 34-Jährige stand dreimal in der Startelf, die Bayern feierten drei Siege. Gegen Wolfsburg erlebte Müller sowas wie seinen dritten Frühling und gab sogar zwei Torvorlagen.

„Es hat sich gut angefühlt, die letzten beiden Matches von Beginn an zu spielen und zu den Siegen aktiv beigetragen zu haben. Daran möchte ich anknüpfen“, sagte Müller, der im neuen Jahr auch gegen Hoffenheim von Beginn an ran durfte. Das sollte sich danach aber grundlegend ändern – trotz Personalnot der Münchner.

Thomas Müller
Geboren: 13. September 1989 (34 Jahre alt) in Weilheim
Vertrag bis: 30. Juni 2025
Marktwert: 10 Millionen Euro

Höchststrafe für Thomas Müller: Bayern-Ikone muss 18-Jährigem den Vortritt lassen

Beim 0:1 gegen Bremen und dem 1:0 im Nachholspiel gegen Union Berlin fand sich Müller plötzlich auf der Bank wieder. Der Grund: Kingsley Coman war nach seinem Muskelfaserriss wieder fit für die Startelf und verdrängte den Ur-Bayer. So weit, so gut. In der nächsten Partie beim 3:2 in Augsburg kassierte Müller den nächsten Nackenschlag von Tuchel.

Obwohl sich Kingsley Coman schwer am Knie verletzte und früh ausgewechselt wurde, musste Müller bis zur 89. Minute auf seinen Einsatz warten. Stattdessen bekam das erst 18-jährige Sturmtalent Mathys Tel den Vorzug und wurde für Coman eingewechselt. Müller musste sich also fast bis in die Schlussminute gedulden – was wohl endgültig als Höchststrafe zu verstehen ist.

Nicht auf einer Wellenlänge: Bayern-Trainer Thomas Tuchel und Thomas Müller.

Nicht auf einer Wellenlänge: Bayern-Trainer Thomas Tuchel und Thomas Müller. © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

Eiskalte Tuchel-Ansage lässt tief blicken: Müller nur Bankdrücker beim FC Bayern

Zwar wurde Müller auch in Dortmund erst ganz spät eingewechselt, allerdings war damals die Konkurrenzsituation auch eine andere. Serge Gnabry fällt derzeit verletzt aus, trainiert aber schon wieder mit dem Ball.

Tuchel erklärte zur Verbannung des Führungsspielers auf die Bank nur: „Thomas ist kein gelernter Rechtsverteidiger und auch kein Innenverteidiger. Wir spielen vorne mit Kingsley (Coman), Jamal (Musiala), Harry (Kane) und Leroy (Sané). Wir haben Mathys (Tel), Choupo (Eric Maxim Choupo-Moting) und Thomas auf der Bank.“ Tuchels Antwort bezieht sich auf die vielen Ausfälle in der Münchner Defensive. Die eiskalte Aussage ohne jegliche Begründung für Müllers Nicht-Berücksichtigung lässt jedenfalls tief blicken.

Tuchel-Krach beim FC Bayern? Goretzka platzt der Kragen, Müller bleibt ruhig

Die Bild spekuliert in diesen Tagen darüber, dass Tuchel zu drei seiner Führungsspieler keinen guten Draht habe. Dabei soll es sich neben Müller um Joshua Kimmich und Leon Goretzka, der im Bayern-Training einen Wutanfall hatte, handeln. Müller jedenfalls hegt trotz seiner Reservistenrolle keinen Groll.

„Ich stelle mich immer auf Spielzeit ein, der Trainer entscheidet, wie viel das dann am Ende wird. Wir sind eh eine kleine Gruppe, deshalb müssen wir zusammenhalten“, erklärte der 34-Jährige betont diplomatisch und stellte den Teamgedanken in den Vordergrund: „Wir haben 3:2 gewonnen, wir sind froh, dass wir wieder bis auf zwei Punkte an der Tabellenspitze dran sind und mehr zählt aktuell nicht. Wichtig ist, dass wir Punkte holen, dass wir Leverkusen unter Druck setzen, um auch in dieser Saisonphase, wo wir viele Verletzte haben, zu bestehen.“

Müller-Chancen schwinden: FC Bayern kurz vor Zaragoza-Transfer

Durch den Ausfall von Coman darf Müller gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr) auf die Rückkehr in die Startelf hoffen. Allerdings holen die Bayern mit Bryan Zaragoza wohl einen neuen Konkurrenten. (ck)

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