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Bundestrainer Julian Nagelsmann sägt für die kommenden Länderspiele fast alle Profis von Borussia Dortmund ab. In der Champions League gegen PSV Eindhoven beweist immerhin ein BVB-Spieler, dass eine DFB-Ausbootung falsch wäre.

Mats Hummels wirkte unzufrieden. Immer wieder gestikulierte er wild umher, schimpfte aufgrund der wachsenden Unachtsamkeit seiner Vor- und Nebenleute. Salih Özcan bekam etwas zu hören, Emre Can, Niklas Süle, selbst Torhüter Gregor Kobel, als Hummels in den Schlussminuten nach dem Ballgewinn einen freien Raum antizipierte, dort das Spielgerät aber nicht bekam.

Hummels war äußerst aktiv im Spiel gegen PSV Eindhoven und erinnerte ein wenig an seinen bayerischen Kumpel Thomas Müller. Die müller’sche Art – immer am Sprechen, Anweisungen auf verbaler und haptischer Ebene. Der Trainer auf dem Feld.

Und es hat sich gelohnt! 2:0 gewinnt Borussia Dortmund gegen die Niederländer in einem lange Zeit engen und offenen Spiel. Damit steht der BVB verdient im Viertelfinale der Champions League.  

Hummels macht auf Müller

Der motzende Hummels hatte einen großen Anteil daran. Nicht nur als Antreiber und Taktgeber. Der 35-Jährige ging als gutes Beispiel voran und zeigte eine starke Leistung. In Halbzeit eins ließ die Dortmunder Abwehr unter seiner Regie rein gar nichts zu. Als PSV speziell in der Schlussphase nochmal auf den Ausgleich drückte, agierte Hummels als wertvoller Wachrüttler und schmiss sich selbst in jeden Zweikampf.

Quasi mit dem Schlusspfiff sorgte der eingewechselte Marco Reus für die Erlösung. Beim emotionalen Torjubel ging auch Hummels den weiten Weg nach vorne und feierte mit den Kollegen, die er wenige Augenblicke zuvor noch anschimpfte. Als Schiedsrichter Daniele Orsato dann zum Schlusspfiff ansetzte, lag Hummels noch immer in den Armen von Reus und Süle. Der Frust war nun vergessen.

Denn da hatte sich womöglich einiges beim Dortmunder angestaut. Gegen PSV durfte er nur von Beginn an spielen, weil Nico Schlotterbeck gesperrt fehlte. Seinen Stammplatz in der BVB-Abwehr hat Hummels verloren, eine Vertragsverlängerung über die Saison hinaus wird immer unwahrscheinlicher und laut Medienberichten soll er sich mit Trainer Edin Terzic verworfen haben. Das könnte ihm nun sogar die EM kosten.

DFB-Frust für Hummels und BVB-Kollegen

Hummels wird für die kommenden Länderspiele gegen Frankreich und die Niederlande nicht von Bundestrainer Julian Nagelsmann nominiert. Diese Info sickerte in den letzten Tagen durch. Am Donnerstag (14.00 Uhr) wird der Bundestrainer den DFB-Kader offiziell bekannt geben. Dabei fehlen neben Hummels womöglich sämtliche BVB-Kicker – mit Ausnahme von Stürmer Niclas Füllkrug.  

Für Hummels, der nach jahrelangem Hin und Her mit der Einberufung durch Nagelsmann wieder zurück in der Nationalmannschaft ist, wäre eine erneute Ausbootung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt gekommen. Drei Monate vor dem Turnier im eigenen Land… Wenig Zeit, sich zurück in die Gunst zu spielen.

Während der Verteidiger sich an diesem Abend nicht äußerte, zeigte Vereinstrainer Terzic Verständnis für Nagelsmann und warb um Unterstützung. Es gehe darum, „dass wir vielleicht nicht jede Entscheidung sofort hinterfragen, sondern dass wir mal dahinterstehen und dass wir die ganze Unterstützung in die Mannschaft, in die Gruppe legen, weil wir alle gemeinsam ein Ziel haben“, sagte Terzic nach der Eindhoven-Partie bei Dazn. 

Mit Nagelsmann habe es einen engen Austausch gegeben, versicherte Terzic: „So handhabt man das immer als Vereinstrainer, besonders wenn eigentlich ein großer Block an Spielern dabei war.“ Der Bundestrainer dürfe aus einem Pool in ganz Deutschland auswählen. „Er wird die richtigen Entscheidungen für uns treffen“, sagte Terzic. „Genau das Gleiche, das wir von uns erwarten, erwarten wir auch von der Nationalmannschaft. Dass es im Sommer ein richtiges Fest wird, dass wir erfolgreichen Fußball spielen.“

Hummels zeigt Nagelsmann und Terzic seine Unverzichtbarkeit

Mit seiner Leistung gegen PSV zeigte Hummels sowohl Terzic als auch Nagelsmann, dass auf ihn weiterhin Verlass ist. In der Königsklasse zeigte er als Abwehrmann ohnehin seine besten Leistungen in dieser Saison, wie beim überragenden Auftritt im San Siro gegen den AC Mailand (3:1). In der Champions League spielte er jede einzelne Partie über die volle Distanz und bewies gegen hochkarätige Gegner wie Milan, Eindhoven, Newcastle United und Paris Saint-Germain seine internationale Klasse.

In Sachen Spielintelligenz, Spielaufbau, Stellungsspiel und Antizipation agiert der 35-Jährige noch immer auf einem sehr hohen bis weltklasse Niveau. Seine Schwächen wie das fehlende Tempo und die Agilität sind bekannt – jedoch kann man als Trainer taktisch planen. 

Nagelsmann hat mit der Rückholaktion von Toni Kroos angedeutet, dass er die Weltmeister-Mentalität und Aura eines gestandenen Profis hoch einschätzt. Daher holte er im vergangenen Oktober auch Hummels zurück, nachdem Müller bereits von Nagelsmanns Vorgänger Hansi Flick wieder nominiert wurde. Gerade bei einem Turnier im eigenen Land braucht es emotionale Anpeitscher und Sprachrohre auf dem Feld. 

Eine Nicht-Nominierung für die anstehenden Länderspiele bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch der EM-Zug abgefahren ist. Der Weg zurück in den Kader wird aber immer schwieriger – gerade mit 35 Jahren. Dabei beweist er immer wieder eine Unverzichtbarkeit – der Bundestrainer hat hoffentlich genau hingeschaut.