Das beste Trikot der DFB-Geschichte


Aktualisiert am 27.03.2024 – 09:29 UhrLesedauer: 1 Min.

Interview

Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

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Die DFB-Elf läuft künftig in pink auf: Das Jersey kommt nicht bei allen Fans gut an. (Quelle: IMAGO/Michael Weber)

Die DFB-Elf hat ihr erstes Spiel in pinken Trikots gewonnen. Genau die richtige Farbe also, um die Aufbruchstimmung vor der EM zu befeuern oder ein optischer Fehlgriff?

Neben dem gewohnt weißen Jersey wird die deutsche Nationalelf auch mit einem lilapinken Auswärtstrikot bei der Heim-EM in diesem Sommer auflaufen. Die Premiere in den ungewohnten Farben gelang eindrucksvoll – mit dem 2:1-Sieg in Frankfurt gegen die Niederlande.

Dennoch erhitzt es weiter die Gemüter der Fußballfans. Ist das neue Trikot innovativ oder ein optisches No-Go? Oder:

Ist das pinke Auswärtstrikot des DFB die richtige Wahl?

Pro


Florian WichertStellvertretender Chefredakteur


Ja, die Nationalelf muss für Aufsehen sorgen

Trikot der Schande? Modische Entgleisung? Barbie-Pink auf einer schlechten 80er-Party? Eine nachvollziehbare Kritik, wenn man sich am liebsten auf seinem Dachboden zwischen den verstaubten Klamotten von vorgestern aufhält und die Lieblingsfarbe Grau ist.

Für die deutsche Nationalelf allerdings ist dieses pinklilafarbene Trikot genau das richtige. Es soll die neue Generation deutscher Fußballfans und die Vielfalt des Landes repräsentieren – und steht darüber hinaus für Mut und Aufbruch. Für den Mut von Bundestrainer Julian Nagelsmann, kurzfristig die komplette Mannschaft umzukrempeln, um die deutschen Fußballfans doch noch hinter sich zu bekommen und bei der EM Erfolg zu haben. Für den Mut des Ausrüsters und der Verantwortlichen, die alten Muster über Bord zu werfen. Für den Aufbruch Richtung erfolgreicher EM, den die Mannschaft mit den Siegen gegen Frankreich und die Niederlande eingeläutet hat.

Welche Farbe hätten Sie sich denn für das Auswärtstrikot gewünscht? Ein ideenloses Dunkelgrün wie in der Vergangenheit? Ein Mausgrau, passend zu den Leistungen der vergangenen neun Jahre? Nein. Dieses lilapinke Shirt ist das beste Auswärtstrikot der DFB-Geschichte. Es ist schon jetzt ein Verkaufsschlager und zudem ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zurück in die Herzen der deutschen Fußballfans. Der DFB muss in der aktuellen Phase für Aufsehen sorgen.

Und ganz nebenbei ist dieses Trikot ein Statement für Offenheit und Fortschritt. Und genau das richtige nach dem Theater in Katar um die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben.

Kontra


Autorenprofil Pascal BiedenwegPascal BiedenwegHead of Regio Ost


Nein, ein pinkes Trikot hat keinerlei Tradition

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und natürlich ist es völlig egal, ob das Trikot nun pink, orange oder türkis ist. Der entscheidende Punkt ist doch: Eine solche Farbe hat nichts mit der Identität der deutschen Nationalmannschaft zu tun. Ein Trikot ganz ohne Schwarz-Rot-Gold? Das geht nicht.

Dabei wäre ein Trikot, mit dem sich die Mehrheit der Fans der Nationalmannschaft identifizieren kann, gerade für die Heim-EM sinnvoll gewesen. Die großen Erfolge feierte die Nationalmannschaft in grünen Trikots. Das Sommermärchen wurde in roten Jerseys bestritten. Ein pinkes Trikot hat keinerlei Tradition.

Kommen wir also zum wirklichen Grund: Der DFB braucht dringend Geld. Er verzeichnete im vergangenen Jahr ein Minus von 33,5 Millionen Euro. Mit einem solch polarisierenden Trikot hofft man auf einen neuen Kassenschlager. Und scheint damit Erfolg zu haben: Das Shirt legte den besten Verkaufsstart für ein deutsches Auswärtstrikot jemals hin. Dennoch hat der DFB auch hier wieder ziemlich daneben gegriffen.

Denn der DFB wirbt damit, dass das Trikot “für die neue Generation an deutschen Fußballfans und die Vielfalt des Landes stehen” soll. 100 Euro wird das Trikot kosten. Die “Authentic”-Version ist für 150 Euro zu haben. Wer soll sich das leisten können? Der Knallerpreis beweist also etwas ganz anderes: Das DFB-Trikot steht nicht für Vielfalt. Vielmehr ist mit ihm ein neuer Gipfel der Kommerzialisierung erreicht.

Ein klares Eigentor also von DFB und Ausrüster Adidas. Sportlich sollte sich die DFB-Elf nicht am eigenen Auswärtstrikot orientieren. Denn das ist ein optisches Aus in der Vorrunde. So wird die Nationalmannschaft zur Lachnummer Europas.

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Verwendete Quellen

  • Eigene Beobachtungen