Oberzent (Hessen) – Auto-Fans träumen davon, doch für seinen neuen Azubi soll dieser Traum Realität werden, der soll den Kult-Geländewagen fast geschenkt bekommen!

Mercedes G-Klasse – schon beim Namen geraten PS-Liebhaber ins Schwärmen. Es ist der letzte echte Geländewagen, seit 1979 gebaut, kantig, unverwüstlich, Statussymbol und Luxus-Karosse zugleich. Selbst Oldtimer sind bis zu 100 000 Euro und mehr wert. Kfz-Meister Patrick Lippick (50) kann sich vor Aufträgen kaum retten. Was fehlt: mindestens ein Lehrling! Eigentlich bräuchte er zwei.

„Überall werden Fachkräfte und Lehrlinge händeringend gesucht, gerade bei uns auf dem Land. Da muss man kreativ sein“, so Lippick vom „G Werk Oberzent“ im Odenwald (Hessen). Deshalb schrieb er in die Stellenanzeige: „Wir stellen unserem Lehrling eine historische G-Klasse zur Verfügung, die er in seiner Lehrzeit unter Anleitung selbst restauriert.“

Noch lange nicht Schrott: Lippick macht auch diesen G-Klasse-Mercedes wieder flott. Sein Lehrling würde so einen Oldtimer bekommen, den er in mehr als 1000 Arbeitsstunden selbst repariert

Noch lange nicht Schrott: Lippick macht auch diesen G-Klasse-Mercedes wieder flott. Sein Lehrling würde so einen Oldtimer bekommen, den er in mehr als 1000 Arbeitsstunden selbst repariert

Bedingung: Der Azubi muss regelmäßig die Berufsschule besuchen, im Abschlusszeugnis muss seine Note besser als 3 sein und den Wagen muss er in seiner Freizeit flott machen. In mehr als 1000 Arbeitsstunden.

Ziel ist es, dass der Oldtimer beim TÜV eine H-Zulassung bekommt. „Werkzeug und Ersatzteile gibt’s kostenlos“, verspricht der Werkstatt-Chef, der selbst bei Mercedes gelernt hat.

Immer noch Kult: Mitte bis Ende 2024 soll eine rein elektrische G-Klasse auf den Markt kommen

Immer noch Kult: Mitte bis Ende 2024 soll eine rein elektrische G-Klasse auf den Markt kommen

Patrick Lippick weiter: „Es heißt zwar Kfz-Mechatroniker, aber ich bilde Allrounder aus. Wer zu mir kommt, lernt noch, wie ein Motor in all seinen Einzelteilen funktioniert, lernt Schweißen, Entrosten und Lackieren.“ Manche Ersatzteile sind nicht mehr lieferbar, die stellt er selbst her. Doch auch moderne G-Klasse-Modelle stehen in der Werkstatt.

Katarzyna Lippick ist Sattlerin. Sie sagt: „Mein Mann repariert die Autos, ich mache sie innen wieder schön.“

Katarzyna Lippick ist Sattlerin. Sie sagt: „Mein Mann repariert die Autos, ich mache sie innen wieder schön.“

„Es ist eine 20 000-Euro-Investition in den Lehrling, der, wenn er es richtig macht, am Ende ein Auto im Wert von 30 000 bis 40 000 Euro besitzt“, sagt der 50-Jährige.

Ausbildungsstart ist im September. Nach seiner Kleinanzeige bei Ebay haben sich schon die ersten Interessenten zum Probearbeiten gemeldet. Nicht nur Jungs, auch Mädchen können sich bewerben. Lippick: „Für mich zählt nur: Wille und Arbeitsmoral müssen stimmen.“ Dann winkt am Ende eine G-Klasse.