Wahlen in der Türkei:Der Anfang eines langen Endes

Wahlen in der Türkei: Am vergangenen Samstag waren sie noch guter Dinge: Unterstützer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Istanbul.

Am vergangenen Samstag waren sie noch guter Dinge: Unterstützer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Istanbul.

(Foto: Umit Bektas/REUTERS)

Recep Tayyip Erdoğan sah sich immer als Mann des Volkes, als einer, der Mehrheiten holt. Und jetzt? Hat er innerhalb eines Jahres mehrere Millionen Stimmen verloren. Der Präsident erlebt bei den Kommunalwahlen ein Debakel – eines, das ein Vorzeichen sein könnte.

Kommentar von Raphael Geiger

Es fällt schwer, ihn zu schreiben, diesen Satz. Der Anfang vom Ende des Recep Tayyip Erdoğan – war es das, was in der Türkei am Sonntag passiert ist? Man hat sich eine Vorsicht angewöhnt, eine Skepsis, über die Jahre gewachsen, in denen Erdoğan doch immer wieder zurückfand. Nach jeder Niederlage, von denen es einige gab. Schon bei den Protesten im Gezipark, 2013, dachten viele, er habe den Zenit seiner Macht überschritten. 2015 verlor seine AKP die Parlamentswahlen, 2016 putschten Teile des Militärs.

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