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Von: Tanja Brinkmann

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Drei Männer und eine Frau räumen Sachen ein.

Alle packen mit an: Linus Kässer (2. v. r.) und sein Team ziehen an einem Strang. Beim Einräumen und Putzen hilft die ganze Mannschaft mit. © Thomas Sehr 

Drei Monate nach dem Brand kehrt wieder Leben ein in die Chocolaterie an der Ludwigstraße. Linus Kässer und sein Team räumen die Maschinen und alles andere, was sie für die Produktion brauchen wieder ein. Die Geschäfte in den Zentren von Partenkirchen und Garmisch sollen noch vor Ostern öffnen.

Garmisch-Partenkirchen – Noch herrscht das Chaos. Zu Linus Kässers Erleichterung ist es ein positives. Gut drei Monate nach dem Dachstuhlbrand in seinem Haus an der historischen Ludwigstraße ist endlich Land in Sicht. Vier Lkw sind in dieser Woche aus Stuttgart angekommen und haben seine Maschinen, die komplette Ausstattung der Chocolaterie Amelie mit Blechen, Messern und allen anderen Gerätschaften sowie Deko-Artikeln abgeladen.

Neben den großen, in Folie eingewickelten Geräten, die wie alles andere in einer Spezialfirma fachmännisch gereinigt wurden, stehen um die 150 Umzugskartons in seinem Geschäft herum. Weil nach dem Feuer alles schnell gehen musste, ist nun keiner von diesen beschriftet. Deshalb rechnet Kässer damit, „dass wir mindestens zwei Wochen brauchen, bis alles noch einmal gereinigt und so eingeräumt ist, wie’s für unsere Produktion passt“. Mit der will er Ende Februar, spätestens Anfang März wieder loslegen und dann auch schnellstens den Betrieb im Ortsteil Partenkirchen wieder aufnehmen.

Heimische Handwerker haben alles gegeben

Die Handwerker, die den Laden saniert haben, sind so gut wie fertig. Allen, die daran beteiligt waren, kann Kässer nur höchstes Lob aussprechen. „Die haben wirklich Gas gegeben, ohne die wär’s nicht ansatzweise so gut gelaufen.“ Gerade die heimischen Betriebe und auch sein Versicherungsvertreter vor Ort hätten alles gegeben, um die Chocolaterie nach der dreimonatigen Durststrecke wieder zu eröffnen. Zur Freude des Inhabers gelang es auch, alle 28 Mitarbeiter zu halten, die jetzt kräftig mit ihm anpacken.

Wenn alles ausgepackt und gereinigt ist, müssen die Chocolatiers erst einmal „unsere Nusspasten und das Nougat wieder herstellen“, verdeutlicht Kässer das Vorgehen. „Bei uns ist ja alles hausgemacht.“ Erst dann kann die Produktion wieder anlaufen. Den Fokus legt er zunächst auf Bruchschokolade, Pralinen und natürlich Naschereien für Ostern. „Das volle Sortiment schaffen wir leider nicht“, bedauert er. Die Kunden, da ist er zuversichtlich, haben dafür sicher Verständnis. Vor den Feiertagen, das ist Kässers erklärtes Ziel, soll auch die Filiale im Garmischer Zentrum wieder öffnen. Die war nach dem katastrophalen Brand noch bis Anfang Dezember in Betrieb, musste dann aber mangels Ware schließen. Die Idee, zwischenzeitlich an einem anderen Standort zu produzieren, hatte er angesichts enormer Kosten schnell wieder verworfen.

Der Rest des Hauses ist derweil noch unbewohnbar. „Alles ist entkernt, es stehen nur noch die Bruchsteinwände.“ Kässer hofft, dass in diesem Jahr das neue Dach errichtet werden kann. Bis die Sanierung der Wohnungen in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde abgeschlossen ist, „dauert es aber sicher noch über ein Jahr“.

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