Zwei Drohnen abgeschossen

Fregatte “Hessen” wehrt ersten Huthi-Angriff im Roten Meer ab


27.02.2024, 23:22 Uhr

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240 Soldatinnen und Soldaten sind auf der

240 Soldatinnen und Soldaten sind auf der “Hessen” stationiert.

(Foto: dpa)

Vier Tage nach Erteilung des Bundestagsmandats zum Einsatz im Roten Meer muss sich die Fregatte “Hessen” zum ersten Mal Angriffen der Huthi erwehren. Zwei feindliche Flugziele sollen erfolgreich bekämpft worden sein.

Die zum Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer eingesetzte deutsche Fregatte “Hessen” hat erstmals einen Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz abgewehrt. Die Fregatte habe am Dienstagabend eine Drohne aufgefasst, die Besatzung habe diese “erfolgreich” bekämpft, erklärte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr gegen Mitternacht bei X. “Kurze Zeit später näherte sich eine zweite Drohne der Fregatte ‘Hessen’ an. Die Besatzung leitete erneut Abwehrmaßnahmen ein und bekämpfte das Ziel ebenfalls erfolgreich.”

Am Freitag hatte der Bundestag der deutschen Beteiligung an der EU-Mission “Aspides” zugestimmt. Die “Hessen” war schon Anfang Februar von Wilhelmshaven aus in Richtung in Einsatzgebiet gestartet, mit dem Ziel, sofort nach dem Bundestagsbeschluss mit der Erfüllung des Auftrags beginnen zu können. Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, der Einsatz leiste einen Beitrag zur Stabilisierung der Region. “Uns muss aber auch klar sein: Der Einsatz der ‘Hessen’ ist für die Deutsche Marine einer der gefährlichsten seit Jahrzehnten”, so der SPD-Politiker. Nach eigenen Angaben stellt sich die Deutsche Marine auf Angriffe mit Raketen, Drohnen und “Kamikaze-Booten” ein.

Das US-Regionalkommando Centcom teilte mit in der Nacht mit, amerikanische Flugzeuge “und ein verbündetes Kriegsschiff” hätten zwischen 21.50 Uhr und 22.55 Uhr Ortszeit fünf Huthi-Drohnen abgeschossen. Ob es sich bei dem Schiff um die “Hessen” handelte, blieb offen. Die Drohnen seien aus von der Miliz kontrollierten Gebieten im Jemen losgeschickt worden und hätten Handels- und Marineschiffe in der Region gefährdet, hieß es in einem Centcom-Post auf X.

Huthi drohen mit weiterer Eskalation

Die mit dem Iran verbündeten Huthis will mit dem Beschuss von Handelsschiffen im Roten Meer ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen, die eine Reaktion auf das Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober sind. Der Seeweg durch das Rote Meer und den Suezkanal ist eine der wichtigsten Handelsrouten weltweit. Wegen der Angriffe der vom Iran hochgerüsteten Huthi meiden große Reedereien zunehmend die kürzeste See-Verbindung zwischen Asien und Europa – mit erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

In der vergangenen Woche hatten die Huthis erklärt, Angriffe auf Handelsschiffe vor der Küste des Landes ausweiten zu wollen. Man setze auf Eskalation als Antwort auf die Eskalation Israels im Gazastreifen, sagte der Anführer der Gruppe, Abdel-Malik al-Huthi, in einer Fernsehansprache. Bislang seien 48 Schiffe angegriffen worden. Zudem kündigte er den Einsatz von Unterwasser-Waffen an.

Federführend bei der Abwehr der Angriffe im Roten Meer sind die USA und Großbritannien. An dem rein defensiv ausgerichteten EU-Militäreinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt sind 18 Länder dabei. Neben Deutschland schicken unter anderem Belgien, Italien und Frankreich Schiffe ins Rote Meer. Zuletzt hatten Streitkräfte der USA und Großbritanniens in der Nacht zu Sonntag 18 Huthi-Ziele an acht Orten attackiert. Dazu gehörten US-Angaben zufolge unterirdische Waffenlager der Miliz sowie Raketenlager, Drohnen, Luftverteidigungssysteme und Radaranlagen. Der britische Verteidigungsminister Grant Shapps drohte den Extremisten mit weiteren Angriffen, falls sie ihre Attacken auf Handelsschiffe nicht einstellen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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